Sind Eicheln und Bucheckern essbar?

Roh können die Waldfrüchte Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Durch Wasser und Hitze werden sie genießbar.

Eicheln und Bucheckern auf dunklem Untergrund
Foto: Hülsmann / Verbraucherzentrale Bayern

Im Herbst finden Spaziergänger in Parks und Wäldern reife Eicheln und Bucheckern. Früher aßen Menschen sie in Notzeiten und nutzten sie als Kaffeeersatz. Heute werden sie für eine kreative Küche wiederentdeckt. Direkt vom Baum sind die Waldfrüchte jedoch ungenießbar. „Rohe Eicheln und Bucheckern enthalten Stoffe, die zu Magen-Darm-Beschwerden führen können“, sagt Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Bei Eicheln ist dafür vor allem der Gerbstoff Tannin verantwortlich. Wer Eicheln mehrere Tage in Wasser einweicht, löst den Stoff heraus. Bucheckern enthalten den schwach giftigen Stoff Fagin. Dieser ist hitzeempfindlich. Bucheckern in der Pfanne zu rösten oder mit heißem Wasser zu übergießen, reicht aus, um das Fagin zu zerstören.

Knuspriges Topping und glutenfreies Mehl

Eicheln und Bucheckern sind nährstoffreich, aromatisch und lassen sich vielfältig in der Küche verwenden. Beim Rösten entwickeln sie einen intensiven, nussigen Geschmack. Sie schmecken als knackiges Topping auf Salaten, Suppen oder Müslis. Wer sie zu Mehl verarbeitet, kann daraus etwa Brot oder Kekse backen. Beide Waldfrüchte sind glutenfrei. Mit Eichel- oder Bucheckernmehl kann man beim Backen einen Teil des herkömmlichen Mehls ersetzen. Wer vollständig glutenfrei backen möchte, benötigt für die Bindung – wie bei anderen glutenfreien Mehlen auch – weitere Zutaten, etwa Flohsamenschalen, Leinsamen oder Eier.

Quelle: verbraucherzentrale.bayern

 


Rezept: Kürbissuppe mit gerösteten Bucheckern

Foto: food-monitor / KIDiese cremige Kürbissuppe bekommt durch geröstete Bucheckern eine nussige Note. Die kleinen Kerne werden vor dem Servieren sorgfältig geschält und erhitzt.

Für 4 Portionen
Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten, zuzüglich Überbrühen und Schälen der Bucheckern.

Zutaten

  • 800 g Hokkaido-Kürbis, geputzt und entkernt gewogen
  • 200 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl für die Suppe und 1 TL zum Rösten
  • 900 ml Gemüsebrühe, bei Bedarf etwas mehr
  • 20 g geschälte Bucheckern
  • 2 EL fein gehackte Petersilie
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Bucheckern vorbereiten: Nur eindeutig erkannte, einwandfreie Früchte verwenden. Ungeschälte Bucheckern in einer hitzefesten Schüssel mit kochendem Wasser übergießen. Oben schwimmende sowie schimmelige, beschädigte oder von Schädlingen befallene Exemplare aussortieren. Sobald die übrigen Früchte ausreichend abgekühlt sind, die harte Schale und anhaftende Samenhaut entfernen. 20 g Kerne abwiegen, gut abtropfen lassen und trockentupfen. Nicht roh kosten.
  2. Gemüse schneiden: Den Kürbis gründlich waschen; die Hokkaido-Schale kann mitverwendet werden. Kartoffeln und Zwiebel schälen. Kürbis und Kartoffeln in etwa 2 cm große Würfel schneiden, die Zwiebel fein würfeln.
  3. Suppe kochen: 2 EL Rapsöl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten glasig dünsten. Kürbis und Kartoffeln zugeben und 2 Minuten mitdünsten. Mit der Gemüsebrühe aufgießen, aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten garen, bis das Gemüse weich ist.
  4. Kerne rösten: Die vorbereiteten Bucheckern mit 1 TL Rapsöl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze mehrere Minuten unter häufigem Wenden gleichmäßig rösten. Sie sollen goldbraun werden und nussig duften, jedoch nicht verbrennen. Anschließend kurz abkühlen lassen und grob hacken.
  5. Pürieren und servieren: Die Suppe fein pürieren. Bei Bedarf etwas zusätzliche Gemüsebrühe einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf vier Schalen verteilen und unmittelbar vor dem Servieren mit den gerösteten Bucheckern und der Petersilie bestreuen.

Küchentipp: Bucheckern niemals roh als Garnitur verwenden. Eicheln lassen sich in diesem Rezept nicht ohne zusätzliche Vorbereitung einsetzen; sie müssen vor der Verarbeitung sorgfältig entbittert werden.

Rezept: food-monitor / KI