Heißer Tipp oder heiße Luft?

Als die ersten Heißluftfritteusen auf den Markt kamen, stand eine Frage im Mittelpunkt: Schmecken die fettärmer zubereiteten Pommes frites genauso gut wie aus der klassischen Fritteuse? Das ist einige Jahre her. Inzwischen ist klar, dass es schlicht auf den individuellen Geschmack ankommt. Doch wann sind die Miniöfen wirklich praktisch, wie unterscheiden sie sich vom Backofen und worauf kommt es bei der Zubereitung an?
Heißluftfritteusen gibt es in verschiedenen Größen und Preisklassen, so dass sie inzwischen in vielen Küchen Einzug gehalten haben. Kein Wunder, dass es mittlerweile sogar spezielle Produkte im Handel wie Kartoffeln, Gewürzmischungen oder Backpulver dafür gibt. Technisch gesehen sind die Geräte nichts anderes als ein kleiner Umluftbackofen. Ein Ventilator im Inneren verteilt die heiße Luft gleichmäßig im Garraum. Spezielle Lebensmittel für die Heißluftfritteuse sind daher eher eine Marketing-Strategie als wirklich notwendig. Auch herkömmliche Kartoffeln, Gemüse oder Gewürze lassen sich problemlos verwenden und Speisen damit zubereiten.
Bei Fertigprodukten, wie Backofen-Pommes, Nuggets oder Rösti, sind die Zubereitungshinweise zu beachten, denn die Garzeiten für den Backofen lassen sich nicht einfach auf die Heißluftfritteuse übertragen. Die richtige Temperatur und Garzeit ist unter anderem wichtig, damit nicht zu viel Acrylamid entsteht. Der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als potenziell krebserregend eingestufte Stoff entsteht vor allem beim hohen Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel. Je dunkler Kartoffelprodukte oder Backwaren werden, desto höher kann der Acrylamidgehalt sein. Deshalb gilt: lieber goldgelb statt dunkelbraun. Die Zubereitungshinweise auf der Verpackung helfen dabei.
Der vielleicht größte Unterschied zwischen Heißluftfritteuse und Backofen ist die Größe des Garraums. In der Heißluftfritteuse ist deutlich weniger Platz, sie wird daher schneller heiß und braucht weniger Strom pro Minute. Egal ob Brötchen aufbacken, Ofengemüse zubereiten oder Lachs garen, die Heißluftfritteuse ist meist schneller. Wer mehr Platz braucht, kann ein Gerät mit extra großer Schublade oder zwei Fächern anschaffen, die sich dann auch separat steuern lassen.
Beim Kochen ist die Heißluftfritteuse vielseitig einsetzbar. Neben Fertigprodukten lassen sich auch Kartoffeln oder Gemüse zubereiten. Für Ofengemüse beispielsweise Kürbis, Paprika und Zwiebeln in mundgerechte Stücke schneiden, mit etwas Olivenöl und Gewürzen marinieren und in den Garkorb geben. Insgesamt etwa 12 bis 15 Minuten garen, je nach Menge und Größe. Für ein gleichmäßiges Ergebnis das Gemüse nach der Hälfte der Garzeit einmal sanft durchschütteln und zum Beispiel einige Stücke Feta dazugeben. Gefrorene Brötchen lassen sich in fünf bis sieben Minuten aufbacken. Für die Backofenpommes den Garkorb nicht zu voll machen und die Lebensmittel mindestens einmal während der Garzeit leicht durchschütteln.
Einige Geräte verfügen über einen einsetzbaren Gitterrost in der Schublade. Damit lassen sich Lebensmittel auf zwei Ebenen garen: unten Kartoffeln, oben Nuggets, Halloumi oder Lachs. Der Rost kann außerdem das Herausnehmen größerer, empfindlicher Stücke wie Grillkäse oder Fisch erleichtern. Nach dem Kochen lassen sich die Schubladen vieler Geräte in der Spülmaschine reinigen.
Die Miniöfen eignen sich also gut, um kleinere Mengen schnell und stromsparender zuzubereiten. Wer ein Gerät anschaffen möchte, sollte allerdings gut überlegen, was und wie viele Portionen darin zubereitet werden sollen und ob sich dafür der Platz in der Küche lohnt.
Julia Icking, bzfe.de
