Neue Leitsätze für Kartoffelerzeugnisse.

Ob Pommes frites, Chips, Rösti, Reibekuchen, Klöße oder Kartoffelpüree – aus Kartoffeln lässt sich eine sehr große Vielfalt an Produkten herstellen. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher eine Vorstellung davon haben, was sich hinter den verschiedenen Bezeichnungen im Lebensmittel-Handel verbirgt, gibt es die Leitsätze für Kartoffelerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuches. Sie beschreiben, wie solche Erzeugnisse aus der Kartoffel üblicherweise beschaffen und welche Merkmale für sie typisch sind. Nun wurden die Leitsätze überarbeitet und an die heutige Herstellungspraxis sowie das aktuelle Angebot am Markt angepasst, unter anderem folgende Punkte:
- Mischungen aus Sorten sind möglich: Die bisherige Beschreibung der Sortenreinheit wurde gestrichen. In der Praxis werden inzwischen häufig verschiedene Kartoffelsorten zusammen verarbeitet, sofern sie vergleichbare Eigenschaften für die jeweilige Herstellungsart haben.
- Backen gehört dazu: Neben Blanchieren, Kochen, Frittieren und Braten wird nun auch Backen als üblicher Verarbeitungsschritt berücksichtigt. Damit wird die Vielfalt der etablierten Herstellungsverfahren besser abgebildet.
- Beschreibungen einzelner Produkte wurden ergänzt: Bei bestimmten Kartoffelerzeugnissen wurden die Anforderungen präzisiert und der aktuellen Marktsituation angepasst. So sind beispielsweise Kartoffelchips nicht mehr maximal 1,9 Millimeter, sondern bis zu 3 Millimeter dick. Auch die Kennzeichnung „im Kochbeutel“ bei Knödeln wurde neu als Teil der Bezeichnung aufgenommen.
- Qualitätsmerkmale wurden überarbeitet: Bei Pommes frites entfällt die Unterscheidung zwischen Standard- und Extra-Qualität.
- Für Kartoffeln, aber nicht für Süßkartoffeln: Die Leitsätze gelten ausschließlich für Erzeugnisse aus Kartoffeln. Süßkartoffeln gehören botanisch nicht zu den Kartoffeln und unterscheiden sich auch hinsichtlich der Verarbeitung. Erzeugnisse aus Süßkartoffeln fallen deshalb explizit nicht unter diese Leitsätze.
Je nach Herstellungsverfahren entstehen ganz unterschiedliche Produkte – von getrockneten Kartoffelerzeugnissen über Chips und Pommes frites bis hin zu Knödeln oder Rösti. Die Leitsätze sollen diese Vielfalt möglichst aktuell und verständlich abbilden.
Wer genauer wissen möchte, welche Anforderungen und Bezeichnungen für Kartoffelerzeugnisse gelten, findet die vollständigen Leitsätze auf der Internetseite der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK). Die Leitsätze werden von der DLMBK erarbeitet. In der Kommission arbeiten Fachleute aus Wissenschaft, Lebensmittelüberwachung, Wirtschaft und Verbraucherschaft zusammen. Die Leitsätze sind keine Rechtsvorschriften. Sie geben vielmehr Orientierung darüber, welche Zusammensetzung, Beschaffenheit und Bezeichnung bei bestimmten Lebensmitteln üblich ist.
Rezept: Knusprige Kartoffelrösti aus dem Ofen

Zutaten für 4 Portionen
- 1 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1 Ei (Größe M)
- 2 EL Kartoffelstärke
- 3 EL Rapsöl
- 1 TL Salz
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung
- Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze oder 200 °C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses mit 1 EL Rapsöl bestreichen.
- Kartoffeln schälen und grob raspeln. Zwiebel schälen und ebenfalls grob raspeln. Beides in ein sauberes Küchentuch geben und sehr gründlich ausdrücken.
- Die Kartoffel-Zwiebel-Masse in einer Schüssel mit Ei, Kartoffelstärke, Salz, Pfeffer und Muskatnuss vermengen.
- Aus der Masse 12 flache Rösti von etwa 8 cm Durchmesser auf dem vorbereiteten Blech formen. Die Oberseiten mit 1 EL Rapsöl bestreichen.
- Die Rösti auf der mittleren Schiene 18 Minuten backen. Anschließend vorsichtig wenden, mit dem restlichen 1 EL Rapsöl bestreichen und weitere 12 bis 17 Minuten backen, bis sie auf beiden Seiten goldbraun und knusprig sind.
- Die fertigen Rösti aus dem Ofen nehmen, 2 Minuten ruhen lassen und heiß servieren.
Serviervorschlag: Je drei Ofen-Rösti pro Person als knusprige Kartoffelbeilage servieren.
Rezept: food-monitor / KI
