Natürliche Giftstoffe in Lebensmitteln: Risiken werden oft unterschätzt

Pflanzenschutzmittel-Rückstände, Mikroplastik oder Schwermetalle in Lebensmitteln beunruhigen viele Verbraucherinnen und Verbraucher.

Gemüse
Foto: unsplash.com, © Marisol Benitez

Das gesundheitliche Risiko von natürlich vorkommenden pflanzlichen Giftstoffen wird dagegen häufig unterschätzt. Das fand das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer deutschlandweiten Befragung von rund 1.000 Personen heraus.

Pflanzen produzieren eine breite Palette an Stoffen, um sich vor Fraßfeinden und Krankheiten zu schützen. Einige dieser Stoffe können auch für den Menschen schädlich sein.

Die BfR-Umfrage zeigt: Nur 27 Prozent der Befragten sind über natürliche Giftstoffe im Essen beunruhigt. Zu den natürlichen Giftstoffen zählt zum Beispiel das leicht giftige Solanin in Nachtschattengewächsen wie Kartoffel und Tomate. Nach den Umfrageergebnissen entfernen nur 27 Prozent der Befragten bei Kartoffeln die solaninhaltige Schale und nur 26 Prozent grüne Stellen oder Keimansätze („Augen“). Was zu beachten ist, um die Solaninaufnahme so gering wie möglich zu halten finden Sie hier.

Auch Lektine gehören zu den natürlichen Giftstoffen. Sie befinden sich in Hülsenfrüchten und werden durch ausreichend hohe Temperaturen zerstört. Trotzdem essen nur 21 Prozent der Befragten Hülsenfrüchte wie Bohnen ausreichend gegart. Informationen zur richtigen Zubereitung von Hülsenfrüchten gibt es hier.

Auch beim verwandten Thema Schimmelbefall von Lebensmitteln besteht laut der Befragung Aufklärungsbedarf. Schimmelpilzgifte können bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken. Da sich das Pilzgeflecht auch unsichtbar verbreiten kann, sollte beispielsweise Marmelade mit Schimmelbefall vollständig entsorgt werden – das befolgen 72 Prozent der Befragten. Diese Bilderstrecke zeigt, was man mit verschimmelten Lebensmitteln tun sollte.

Weitere Informationen:

BfR-Verbrauchermonitor Spezial „Natürlich vorkommende pflanzliche Giftstoffe“: https://www.bfr.bund.de/cm/350/bfr-verbrauchermonitor-2024-spezial-natuerlich-vorkommende-pflanzliche-giftstoffe.pdf

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de