Der Agrar- und Lebensmittelsektor der EU weitete seine positive Handelsbilanz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mit einem Handelsüberschuss von 23,9 Milliarden Euro aus.
Das entspricht einem Anstieg um 1,4 Milliarden Euro gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025.
Die kumulierten Ausfuhren beliefen sich im Zeitraum Januar bis Juni auf insgesamt 117,2 Milliarden Euro. Das waren zwei Prozent weniger als 2025. Hauptursachen waren niedrigere Ausfuhrwerte bei Kakaoerzeugnissen, Schweinefleisch und Olivenöl.
Die Ausfuhren nach Ägypten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 278 Millionen Euro beziehungsweise 28 Prozent, hauptsächlich aufgrund von Weizen. Die Ausfuhren in die Ukraine nahmen um 247 Millionen Euro beziehungsweise zwölf Prozent zu, die Ausfuhren nach Indien um 174 Millionen Euro beziehungsweise 26 Prozent. Der Handel mit den Golfstaaten wurde durch die Unterbrechung der Seewege durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Die Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate gingen um 395 Millionen Euro beziehungsweise 25 Prozent zurück.
Bei den Warenkategorien stiegen die Ausfuhren von Spirituosen und Likören um 405 Millionen Euro beziehungsweise zehn Prozent. Die Ausfuhren von Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen gingen dagegen um 1,1 Milliarden Euro beziehungsweise 16 Prozent zurück.
Die kumulierten Einfuhren erreichten 93,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 3,6 Milliarden Euro beziehungsweise vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einfuhren aus Brasilien stiegen dennoch um 425 Millionen Euro beziehungsweise fünf Prozent, hauptsächlich aufgrund höherer Sojabohneneinfuhren. Auch die Einfuhren aus Argentinien und Guatemala nahmen zu.
Bei den Warenkategorien gingen die Einfuhren von Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen um 3,6 Milliarden Euro beziehungsweise 17 Prozent zurück. Die Getreideeinfuhren sanken um 715 Millionen Euro beziehungsweise 15 Prozent. Dagegen stiegen die Einfuhren von Obst und Nüssen um 503 Millionen Euro beziehungsweise drei Prozent. Die Einfuhren von Sonnenblumenkernen verdoppelten sich nach zwei schlechten Erntejahren in der EU.
Der wachsende Überschuss im Agrar- und Lebensmittelhandel unterstreicht nach Angaben der EU-Kommission die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit des Sektors und seine Fähigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Die deutsche Perspektive und die Rolle verarbeiteter Lebensmittel erläutert „Bedeutung der Agrarexporte für Deutschlands Außenhandel“. Dieser Hintergrund behandelt Deutschland, während die vorliegenden Halbjahreszahlen den EU-Sektor betreffen.
