Weltweit wird rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen – häufig, weil unklar ist, wie lange sie tatsächlich haltbar sind.
Eine elektronische Nase zur Bestimmung der Frische von Lebensmitteln hat food-monitor bereits 2024 vorgestellt.
Allein in der Europäischen Union entstehen jährlich rund 59 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle. Besonders bei Fleisch und Fisch führt eine zu frühe Entsorgung zu hohen wirtschaftlichen Verlusten und zusätzlichem CO2-Ausstoß, Wasser- und Energieverbrauch.
Elektronische Nase misst Frische in Echtzeit
Hier setzt das deutsch-dänische Interreg-Projekt PRECISE an. Sechs Projektpartner haben eine sogenannte elektronische Nase entwickelt, die Cadaverin misst – ein Gas, das beim Verderb von Fleisch und Fisch entsteht. Das handliche Gerät soll künftig im Handel oder in der Gastronomie eingesetzt werden können, um die tatsächliche Resthaltbarkeit direkt vor Ort objektiv zu bewerten.
Technologie aus Sensordaten und KI
„Wir haben ein Gerät entwickelt, das selektiv auf bestimmte Biomarker für die Fleischfrische reagiert“, erklärt Roana de Oliveira Hansen vom Mads Clausen Institute der Syddansk Universitet (SDU), Lead Partner des Projekts.
Die Technische Hochschule Lübeck brachte ihre Expertise in Sensortechnologie, Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz ein. „Wir kombinieren moderne Sensortechnologie mit Datenanalyse und KI-Algorithmen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Horst Hellbrück von der Technischen Hochschule Lübeck.
Eine andere Form der automatisierten Qualitätsprüfung zeigt die KI-gestützte Sortierung von Kartoffeln. Dort werden Bilder zur Erkennung von Defekten ausgewertet; PRECISE nutzt dagegen Gassensoren für die Frischebewertung von Fleisch und Fisch.
EU-Kohäsionspolitik fördert nachhaltige Innovation
An PRECISE beteiligt waren die Syddansk Universitet (SDU), die Technische Hochschule Lübeck, das KIN Lebensmittelinstitut, das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT, die Hochschule Flensburg sowie das Startup AmiNIC.
Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Interreg Deutschland-Danmark Programms durch Mittel der Europäischen Union in Höhe von 1.885.263 Euro.
Quelle: presseportal.de/nr/181564
