GAP im Blick: Was die EU-Agrarpolitik für Bienen und Imkerei bedeutet

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Die Gemeinsame Agrarpolitik entscheidet maßgeblich darüber, welche Lebens- und Nahrungsgrundlagen Bestäuber in der Agrarlandschaft vorfinden.

Ein Bericht von BeeLife European Beekeeping Coordination untersucht die Förderpolitik aus Sicht von Bienen und Imkerei.

Alle EU-Mitgliedstaaten müssen Maßnahmen für die Imkerei in ihre GAP-Pläne aufnehmen. Dazu zählen Beratung, Ausbildung und Wissenstransfer, Investitionen, die Bekämpfung von Krankheiten und die Verbesserung der Produktqualität. Für die laufende Förderperiode weist der Bericht 285,66 Millionen Euro EU-Mittel aus. Zusammen mit nationaler Kofinanzierung stehen 610,1 Millionen Euro öffentliche Mittel zur Verfügung.

Nach Auffassung des Deutschen Imkerbunds können vor allem Maßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe große Wirkung entfalten. Dazu gehören Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, Öko-Regelungen, ökologischer Landbau, Blühflächen, Hecken, extensive Grünlandbewirtschaftung, Agroforstsysteme und vielfältigere Fruchtfolgen.

Die Mitgliedstaaten nutzen diese Möglichkeiten unterschiedlich. Laut Bericht plant Italien 104 bestäuberfreundliche Maßnahmen mit einem Gesamtbudget von 15,3 Milliarden Euro, Deutschland 32 Maßnahmen mit 12,8 Milliarden Euro und Frankreich 70 Maßnahmen mit 7,3 Milliarden Euro. Ökologisch besonders wirksame Maßnahmen erhielten bislang dennoch nur einen kleinen Teil des GAP-Budgets.

Für die GAP nach 2027 schlägt die EU-Kommission eine neue Struktur vor. Öko-Regelungen und Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sollen in einer gemeinsamen Umweltarchitektur zusammengeführt werden. Der Imkerbund sieht Chancen, warnt aber davor, dass mehr Flexibilität für die Mitgliedstaaten zu weniger Verbindlichkeit führen könnte.

Eine verwandte Forderung zum Erhalt konkreter Förderinstrumente dokumentiert „NABU fordert Erhalt der neuen Öko-Regelungen“. Im Mittelpunkt stehen dort Weidehaltung und Biotopverbund in der laufenden Förderperiode.

Der Verband fordert, erfolgreiche Maßnahmen zu erhalten, Umweltmittel abzusichern und die Belange von Imkerei und Bestäubern frühzeitig in die Verhandlungen über die GAP nach 2027 einzubringen.

Quelle: deutscherimkerbund.de