INFOODMATION: Wie Lebensmittelkommunikation in die Irre führen kann

Irreführende Lebensmittelbotschaften beginnen nicht erst bei eindeutig falschen Aussagen.

Unklare Gütesiegel, kaum erkennbare Werbung und emotionale Gesundheitsversprechen können die Wahrnehmung von Lebensmitteln verzerren. Darauf weist FoodNavigator in einem Bericht über das EU-geförderte Forschungsprojekt INFOODMATION hin. Untersucht wurden 322 potenziell irreführende Kommunikationsbeispiele aus 13 europäischen Ländern sowie mehr als 540.000 Beiträge populärer Influencer aus 16 Ländern.

Auch Halbwahrheiten prägen Erwartungen

Die im Artikel befragten Fachleute der Faktencheck-Organisation Maldita.es betonen, dass problematische Aussagen nicht vollständig erfunden sein müssen. Entscheidend kann sein, was eine Botschaft nahelegt: etwa eine vermeintlich unabhängige Prüfung, ein nicht belegter Gesundheitsvorteil oder die pauschale Überlegenheit „natürlicher“ Produkte. Werbung, die wie unabhängiger Journalismus aussieht, erschwert zudem die Einschätzung wirtschaftlicher Interessen.

Soziale Netzwerke begünstigen nach Einschätzung der Forschenden besonders zugespitzte und emotional ansprechende Inhalte. Wissenschaftliche Einordnungen mit Unsicherheiten und Einschränkungen konkurrieren dort mit einfachen Versprechen. Als besonders verletzlich beschreibt das Projekt unter anderem junge Menschen und Personen, die wegen chronischer Beschwerden nach Lösungen suchen.

Quellen und kommerzielle Beziehungen offenlegen

Auch KI-generierte Texte benötigen eine fachliche Kontrolle: Überzeugend klingende Antworten können fehlende Belege verdecken oder falsche Ausgangsannahmen bestätigen. Für Lebensmittelunternehmen folgt daraus, Aussagen nachvollziehbar zu belegen und wissenschaftliche, rechtliche und kommunikative Fachleute früh in die Entwicklung von Kampagnen einzubeziehen. Sponsoring sollte klar erkennbar sein; Vereinfachung darf die Aussage der zugrunde liegenden Forschung nicht verändern.

Der englischsprachige Originalbeitrag erläutert die Forschung und Empfehlungen ausführlich. Einen praktischen Zugang für die Verbraucherbildung bietet außerdem das BZfE-Quiz zum Erkennen von Lebensmittelwerbung auf Social Media.

Quelle: foodnavigator.com / food-monitor