Klimaresilienz: Lebensmittelunternehmen fehlt oft die feste Strategie

Viele Lebensmittelunternehmen erkennen Klimarisiken, verankern die Anpassung aber noch nicht durchgängig in ihrer Unternehmensstrategie.

Ein Bericht von FoodNavigator stellt Ergebnisse der Untersuchung „Climate-Smart Resilience“ von Lumina Intelligence vor. Befragt wurden 250 Führungskräfte und operative Entscheider aus der Lebensmittel-, Getränke- und Zutatenherstellung in den USA, China, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.

54 Prozent bewerten Klimaresilienz als wichtig oder sehr wichtig. Vollständig in die Unternehmensstrategie eingebettet ist sie nach den Angaben dagegen bei sechs Prozent. Die Zahlen beschreiben die Antworten dieser Befragten; sie sind keine Vollerhebung der Lebensmittelwirtschaft.

Kurzfristige Renditeziele erschweren langfristige Vorsorge.

Die Untersuchung sieht mehrere Hindernisse. Unsicherheit über regulatorische Anforderungen kann Investitionen bremsen. Innerhalb der Unternehmen haben Einkauf und Lieferkettenverantwortliche mehr Einfluss auf die Anpassung als Forschung und Entwicklung. Projekte haben zudem Schwierigkeiten bei der Finanzierung, wenn sich ihr Nutzen nicht innerhalb von zwölf bis 24 Monaten nachweisen lässt.

Auch bei den Technologien zeigt sich eine Lücke: Robotik wird häufiger als besonders einflussreich genannt als Wassertechnologien oder Pflanzenzüchtung. Der Bericht mahnt dagegen, Risiken bereits bei Rohstoffen und Anbausystemen zu bearbeiten. Welche Folgen solche Risiken haben können, zeigt der JRC-Ausblick zu gefährdeten Ernten in Ostafrika und Lateinamerika.

Als Konsequenz empfiehlt die Untersuchung, Klimaanpassung nicht allein einzelnen Fachabteilungen zu überlassen. Vergleichbare Daten und nachvollziehbare Investitionskriterien sollen helfen, langfristige Widerstandsfähigkeit neben kurzfristigen Kostenzielen zu berücksichtigen.

Konkrete strategische Ansatzpunkte für Lieferketten ergänzt „Neue Logistik-Realität im Lebensmittel-Sektor“, etwa zu Pufferlagern, Beschaffung und Kühlketten. Der Beitrag ist eine gesonderte Logistikperspektive und keine Auswertung derselben Befragung.

Quelle: foodnavigator.com / food-monitor