Neue RKI-Daten zu Antibiotikaresistenzen und -verbrauch

Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern blieb 2025 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jedes Jahr Daten zu Resistenzen gegen Antibiotika aus dem stationären und ambulanten Bereich sowie zum Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern. Die Daten stammen aus der vom Robert Koch-Institut koordinierten bundesweiten Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) und der Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS). Die Daten aus 2025 stehen für beide Systeme auf der ARS/AVS-Internetseite zur Verfügung. Für 2025 haben 126 Labore (ARS) und 593 Krankenhäuser (AVS) aus ganz Deutschland Daten übermittelt.

Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern ist 2025 weitgehend unverändert gegenüber 2024. Damit zeigt der Verbrauch aktuell keine Bewegung in Richtung des nationalen Ziels, den Gesamteinsatz von Antibiotika (ambulant und stationär zusammen) bis 2030 um 9 Prozent gegenüber 2019 zu senken. Um das Ziel aus der nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (DART 2030) bis 2030 zu erreichen, sind weitere Anstrengungen notwendig, insbesondere im Bereich Antibiotic Stewardship, einem Konzept, das den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika verbessert. Wie weit Deutschland auf dem Weg zum Ziel genau ist, lässt sich vollständig erst mit den ambulanten Daten einordnen, die zur World AMR Awareness Week (18.–24. November 2026) gemeinsam mit den stationären Daten über das Europäische Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance-Netzwerk ESAC-Net veröffentlicht werden.

Bei den Resistenzdaten weisen erste Auswertungen darauf hin, dass insbesondere bei E.coli Resistenzen gegen die häufig eingesetzten 3. Generations-Cephalosporine ein weiter zunehmendes Problem darstellen. Behandlungsoptionen werden stark eingeschränkt, wenn diese Antibiotikaklasse nicht mehr wirksam ist. Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen werden ebenfalls im November zur Welt-Antibiotikawoche veröffentlicht. Die aktuellen Resistenzdaten aus ARS selbst sind bereits jetzt abrufbar.

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln der modernen Medizin – und zu den am stärksten gefährdeten. Werden sie zu häufig oder falsch eingesetzt, verlieren sie ihre Wirkung: Bakterien werden resistent und Infektionen schwerer behandelbar. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bezifferte die jährlichen Todesfälle durch antibiotikaresistente Infektionen in der EU sowie Island und Norwegen auf mehr als 35.000. Diese 2022 veröffentlichte Schätzung beruht auf einer Auswertung für die Jahre 2016 bis 2020; sie ist keine neue Todesfallzahl aus den RKI-Daten für 2025.

Redaktionelle Ergänzung: Bedeutung für Ernährung und Lebensmittelsicherheit.

Antibiotikaresistente Bakterien können auch über Lebensmittel übertragen werden. Bei der Zubereitung von rohem Fleisch können Keime etwa auf Salate oder andere verzehrfertige Speisen gelangen. Sorgfältige Küchenhygiene, getrennte Küchenutensilien und ausreichendes Erhitzen helfen, dieses Risiko zu verringern.

Die Tierhaltung als gesonderten Erfassungsbereich behandelt „Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sinkt leicht“ anhand des BfR-Berichts für 2025. Verbrauchsmengen und Therapiehäufigkeiten der Nutztiere dürfen nicht mit den RKI-Daten zur Humanmedizin gleichgesetzt werden.

Die neuen RKI-Daten betreffen die medizinische Versorgung. Sie erlauben keine direkten Aussagen zur Belastung von Lebensmitteln.

Redaktionelle Einordnung von food-monitor auf Grundlage der Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung.

Quelle: rki.de

Quelle: bfr.bund.de