Milliarden nicht pauschal über die Fläche verteilen, sondern in widerstandsfähige Betriebe investieren.
Der NABU fordert angesichts der Erntebilanz 2026 einen stärkeren Schwerpunkt auf Vorsorge und klimaresiliente Landwirtschaft.
Heute hat das Bundeslandwirtschaftsministerium seine amtliche Erntebilanz 2026 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen, wie stark die Landwirtschaft unter den Folgen der Klimakrise leidet. Hitze, Trockenheit und fehlende Niederschläge haben in einigen Regionen zu Ertragseinbußen geführt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer will kurzfristig Liquiditätshilfen anbieten und die pauschalen Flächenprämien der EU-Agrarförderung aufstocken. Der NABU kritisiert insbesondere die geplante Anhebung der pauschalen Flächenprämien. Statt Geld pauschal pro Hektar zu verteilen, sollten zusätzliche Öko-Regelungen jene Betriebe stärken, die besonders klima- und ressourcenschonend wirtschaften.
„Wir müssen jetzt in eine widerstandsfähige Landwirtschaft investieren, statt zu versuchen, die Folgen von Wetterextremen Jahr für Jahr mit Hilfszahlungen abzufedern. Mehr Vielfalt auf den Äckern, Humusaufbau, Agroforstsysteme und ein besserer Wasserrückhalt machen Betriebe robuster und stärken zugleich den Natur- und Klimaschutz“, sagt Phillip Brändle, Agrarexperte des NABU-Bundesverbands.
Rainer hat angekündigt, seinen Spielraum bei den Direktzahlungen 2027 vollständig auszuschöpfen. Dadurch sollen diese um rund 800 Millionen Euro auf insgesamt rund 4,9 Milliarden Euro steigen. Für Öko-Regelungen stehen dann voraussichtlich weitere 200 Millionen Euro zur Verfügung. Der NABU sieht darin Spielraum für zusätzliche Öko-Regelungen zur Förderung der Weidetierhaltung und des Biotopverbunds.
Nach Auffassung des NABU helfen pauschal verteilte Agrarsubventionen weder gezielt den von Wetterextremen betroffenen Betrieben noch verhindern sie Ernteausfälle durch Hitze und Dürre. Eine aktuelle NABU-Studie komme zudem zu dem Ergebnis, dass selbst bei einem vollständigen Wegfall der GAP-Zahlungen die Produktionsmengen im Pflanzenbau in Deutschland je nach Szenario lediglich um bis zu 2,8 Prozent zurückgingen. Beim Weizen würde der Selbstversorgungsgrad von rund 134 auf etwa 129 Prozent sinken.
Quelle: nabu.de
