Warum ältere Menschen weniger Durst verspüren

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Ältere Menschen spüren Flüssigkeitsmangel häufig weniger deutlich.

Die Antwort kennt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. Viele Menschen trinken im Alter zu wenig. Dies kann unter anderem zu Mundtrockenheit, Verstopfung, Kreislauf- und Nierenproblemen, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit führen und schlimmstenfalls lebensbedrohlich werden. Hauptursache für eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme bei älteren Menschen ist, dass sich deren Durstgefühl ändert.

Junge, gesunde Menschen bekommen Durst, wenn der Körper mehr als ein halbes Prozent an Wasser verloren hat. Ist diese Durstschwelle erreicht, sinkt der Speichelfluss, und der Mund fühlt sich trocken an. Letzten Endes endet das Durstgefühl erst, wenn die Darmschleimhäute dem Gehirn signalisiert haben, dass die benötigte Wassermenge aufgenommen wurde. Bei älteren Menschen funktioniert der Meldemechanismus von den Darmschleimhäuten an das Gehirn oftmals nicht mehr richtig. Das Durstgefühl erlischt meist früher und zwar schon nach Benetzen der Mundschleimhaut. Doch nicht nur der reduzierte Durst kann zu einem erheblichen Flüssigkeitsmangel führen. So kann es vorkommen, dass ältere Menschen das Trinken schlichtweg vergessen, etwa bei Demenz oder Verwirrtheitszuständen. Die Angst vor häufigen besonders nächtlichen Toilettengängen sowie die zunehmende Inkontinenz, können ebenfalls eine ausreichende Flüssigkeitszunahme hemmen.

Quelle: barmer.de