Bärlauch selber sammeln: Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

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Bärlauch sammeln: Verwechslungen können lebensgefährlich sein

Bärlauchblätter
Fotolia #132460687 © Cora Müller – Lizenznehmer: food-monitor

Bärlauch (Allium ursinum) wächst im Frühjahr in feuchten Laubwäldern und an schattigen Standorten. Die Blätter riechen knoblauchartig und eignen sich für Pesto, Suppen, Quark und Saucen. Beim Sammeln besteht jedoch eine ernste Verwechslungsgefahr.

Maiglöckchen und Herbstzeitlose sind giftig

Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlose können zwischen Bärlauch wachsen. Herbstzeitlosen enthalten Colchicin; Vergiftungen können tödlich verlaufen. Maiglöckchen enthalten herzwirksame Glykoside und sind ebenfalls giftig.

Der Knoblauchgeruch allein reicht nicht zur sicheren Bestimmung: Nach dem ersten Zerreiben haftet er an Händen und weiteren Blättern. Bärlauch trägt in der Regel ein Blatt an einem einzelnen Stiel; die Blattunterseite ist matt. Trotzdem sollten nur Menschen sammeln, die alle Merkmale der Pflanzen sicher kennen und jedes Blatt einzeln prüfen. Bei geringstem Zweifel wird die gesamte Sammlung nicht gegessen.

Kontrollierte Ware ist die sichere Alternative

Bärlauch aus kontrolliertem Anbau reduziert das Verwechslungsrisiko. Auch diese Blätter werden verlesen und unter fließendem Trinkwasser gründlich gewaschen. Welke, schmierige oder beschädigte Blätter werden entfernt. Im Kühlschrank hält frischer Bärlauch nur wenige Tage.

Wildsammler beachten Schutzgebiete und örtliche Regeln, pflücken nur kleine Mengen für den Eigenbedarf und reißen keine Zwiebeln aus. Waschen ersetzt weder eine sichere Pflanzenbestimmung noch beseitigt es zuverlässig alle denkbaren Umweltkeime.

Bärlauch gehört wie Frühlingszwiebeln zur Gattung Allium, darf mit ähnlich aussehenden Wildpflanzen aber keinesfalls gleichgesetzt werden.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 10. August 2026

Quellen: Heike Kreutz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE); Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) / food-monitor



Rezept: Cremige Bärlauch-Kartoffel-Suppe

Cremige Bärlauch-Kartoffel-Suppe mit geröstetem Brot
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 700 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Rapsöl
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 100 g sicher bestimmter Bärlauch aus kontrollierter Herkunft
  • 150 ml Sahne
  • 1 Bio-Zitrone
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 4 Scheiben Bauernbrot

Zubereitung

  1. Den Bärlauch gründlich waschen, trocken schleudern und grob schneiden. Nur eindeutig bestimmten Bärlauch verwenden; bei Zweifeln nicht verarbeiten.
  2. Kartoffeln schälen und würfeln. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem großen Topf in 1 EL Rapsöl bei mittlerer Hitze 3 Minuten glasig dünsten.
  3. Kartoffeln und Gemüsebrühe zufügen, aufkochen und zugedeckt 18 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  4. 80 g Bärlauch und die Sahne zugeben. Die Suppe fein pürieren, anschließend nur noch kurz erwärmen und nicht mehr kräftig kochen.
  5. Die Zitrone heiß abwaschen. Etwas Schale fein abreiben und 1 EL Saft auspressen. Beides unter die Suppe rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Die Brotscheiben mit dem restlichen Rapsöl bestreichen und in einer Pfanne von beiden Seiten jeweils 2 bis 3 Minuten goldbraun rösten.

Serviervorschlag: Die Suppe mit dem restlichen fein geschnittenen Bärlauch bestreuen und mit dem gerösteten Brot servieren.

Allergene: Enthält Milch und Gluten (Bauernbrot). Gemüsebrühe kann Sellerie enthalten.

Rezept: food-monitor / KI