Rindfleischimporte aus Brasilien: DUH kritisiert Kontrollen wegen Estradiol

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Deutsche Umwelthilfe kritisiert Importkontrollen – amtliche Angaben unterscheiden Herkunft, Rückruf und Gesundheitsrisiko.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte im März 2026 brasilianische Rindfleischimporte von mit Estradiol behandelten Tieren. Eine Antwort der niederländischen Regierung vom 11. Februar 2026 beziffert vier über die Niederlande eingeführte Sendungen auf insgesamt 62.781 Kilogramm. Anlass war ein Hinweis vom November 2025 auf zu Unrecht ausgestellte Gesundheitsbescheinigungen. Etwa 5.000 Kilogramm gekühltes Fleisch wurden demnach an niederländische Abnehmer geliefert; zwei zusätzliche Tiefkühlsendungen von jeweils rund 25.000 Kilogramm wurden blockiert.

Estradiol-17β darf in der EU nicht bei lebensmittelliefernden Tieren eingesetzt werden. Die Europäische Kommission erläutert die Verbote hormonell wirksamer Stoffe in der Tierhaltung. Aus einem Verstoß gegen die Produktionsvorschriften allein lässt sich jedoch keine konkrete Rückstandskonzentration im Fleisch ableiten. Die niederländische Regierung erklärte für den untersuchten Fall, von einem einmaligen Verzehr gehe kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher aus. Diese fallbezogene Bewertung hebt das Anwendungsverbot nicht auf.

Die folgende Stellungnahme gibt die Bewertung und Forderungen der DUH wieder:

Dazu DUH-Agrarexpertin Reinhild Benning:

„Bei Fleischimporten fehlen wirksame Kontrollen der Lieferketten auf Hormon- und Antibiotikakontamination. Es kann nicht sein, dass wiederholt tonnenweise mit Hormonen kontaminiertes Fleisch auf den europäischen Markt gelangt – das ist systematisches Kontrollversagen. Wer in Deutschland einkauft, darf erwarten, dass EU-Standards gelten – und nicht hormonelle Wachstumsförderer eingesetzt wurden, die als krebserregend gelten und seit über 40 Jahren streng verboten sind. Statt das EU-Lieferkettengesetz auszuhöhlen, sollte die EU-Kommission dem Schutz der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher oberste Priorität einräumen. Wer sich vor potenziell krebserregendem Hormonfleisch schützen will, sollte auf Fleisch ohne klare Herkunftskennzeichnung etwa in Restaurants und Imbissen verzichten. Wenn es unbedingt Fleisch sein soll, dann ist heimisches Biofleisch am besten kontrolliert.“

Redaktionell geprüft am 14. September 2026: Der zuvor angeführte RASFF-Link betraf die Meldung 2026.1674 zu Fleisch in schlechtem Erhaltungszustand und belegte den Estradiol-Sachverhalt nicht. Er wurde durch die oben verlinkte amtliche Antwort ersetzt.

Quelle: duh.de