Mehr als nur Koffein: Was die Arabica-Bohne so besonders macht

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57% des weltweit konsumierten Kaffees ist Arabica-Kaffee, stammend von der Arabica-Pflanze.

Foto: Petr Kratochvil

Aber woher genau kommen Arabica-Bohnen, die unser morgiges Aufwachen so süß und duftend machen, und was ist an dieser Kaffeeart so besonders?

Heute wird in ca. 60 Ländern Arabica-Kaffee angebaut, obwohl die Pflanze ursprünglich aus der Boma-Region kommt. Diese befindet sich im äußersten Osten des Südsudans, an der Grenze zu Äthiopien. Sie haben es richtig verstanden – die Arabica-Bohnen stammen aus Afrika, also warum klingt ihren Namen so… arabisch? Wie es oft in der Geschichte, ist der Name der Pflanze das Ergebnis eines Fehlers.

Ursprung des Arabica-Kaffees

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné nannte die Bohnen so, weil in Mitteleuropa des 18. Jahrhunderts die Assoziation zwischen Kaffee und dem arabischen Raum typisch war. Die Kaffeeproduktion begann eigentlich 1570 dank der Osmanen. Sogar das Gerät, das noch heute zur Kaffeeerzeugung verwendet wird unterlag denselben Schicksal: Kaffee gelangte über den Hafen von Mokka (al-Muchaa) in die europäischen Metropolen Amsterdam und London – so heißt das Gerät noch heutzutage Mokka. „Mokka“ war aber gleichzeitig die Bezeichnung für den Kaffee, der in solchen europäischen Metropolen getrunken wurde. Carl von Linné konnte es nicht besser wissen und verband den Kaffee mit dem arabischen Hintergrund und nannte ihn fortan Arabica-Kaffee.

Komischerweise ist 2026 der größte Arabica-Hersteller Brasilien, gefolgt von Kolumbien, die gar nichts mit Arabien zu tun haben… Der Fehler lebt also weiter!

Aroma und viel mehr…

Jenseits seiner Ursprung ist eine weitere Frage am wichtigsten: Was macht Arabica-Kaffee so besonders? Die Antwort: eine Mischung von fünf Faktoren, laut Experten. Diese sind Sorgfalt, Verarbeitung, Temperaturen, Varietät und Anbaubedingungen.

Sorgfalt ist sicher eine Priorität für Arabica-Kaffee. Die richtige Pflege des Bodens, der Pflanze selbst und einen direkten Zugang zu Nährstoffen sind unverzichtbare Elemente für gute Qualität. Und Sorgfalt in der Ernte ist nicht minderwertig, damit man eine perfekte Tasse Arabica-Kaffee schmecken kann.

Auch die Verarbeitung der Bohnen ist wesentlich. Im Nachernteprozess kann die Qualität beibehalten oder sogar besser gemacht werden. Hygiene spielt in dieser Phase eine kritische Rolle. Dazu sind Temperaturen ein heikler Faktor für Arabica-Bohnen. Je kühler, desto langsamer das Wachstum der Bohnen, desto mehr Potenzial für größere Komplexität in der Tasse. Daraus ergibt sich, dass sich die Qualität in hohen Lagen, im Schattenanbau oder wem vom Äquator steigert. Nicht alle Varietäten der Arabica-Kaffee kann man überall in der Welt pflanzen. Diese unterscheiden sich in Resistenz, Ertrag und Sensorik, was dazu führt, unterschiedliche Arabica-Aromen auf dem Markt zu finden. Varietäten und neue Züchtungen werden immer wichtiger, so dass wir in Zukunft eine breitere Auswahl in der Tasse haben werden.

Schließlich beeinflusst das Mikroklima, d.h. einen richtigen Mix aus Wind, Wasser, Schatten und Sonneneinstrahlung, die Bohnen und ihren Geschmack. Die Arabica-Bohnen zeichnen sich durch ein komplexes Aromaprofil aus, das von fruchtigen und blumigen Nuancen bis hin zu Noten von Schokolade und Nüssen reicht. Der Koffeingehalt ist geringer als bei weiteren Kaffeearten, was zu seinem süßeren Geschmack beiträgt.

Wie es vielleicht schon klar ist, ist guter rabica-Kaffee ein Mensch-gemachtes Produkt und keine Laune der Natur oder ein Resultat aus höheren Kräften!