Verbraucherzentrale Bremen gibt Tipps zur Unterscheidung von Zier- und Speisekürbissen und warnt vor giftigen Bitterstoffen.

Im Herbst haben Kürbisse Hochsaison. Egal ob als leuchtende Halloween-Dekoration vor der Haustür oder als cremige Suppe auf dem Esstisch. Doch nicht jeder Kürbis im Handel oder auf dem Wochenmarkt eignet sich zum Verzehr. Speise- und Zierkürbisse werden teilweise nebeneinander verkauft, wobei Zierkürbisse nicht für den Verzehr geeignet sind. Sie können giftige Bitterstoffe enthalten. Auch bei selbst gezogenen Kürbissen ist Vorsicht geboten. Die Verbraucherzentrale Bremen klärt auf, worauf Sie beim Einkauf achten sollten.
Was sind Speise- und Zierkürbisse?
Kürbisse gibt es in zahlreichen Formen, Farben und Größen. Während Speisekürbisse wie Hokkaido oder Butternut in der Küche vielseitig einsetzbar sind, dienen Zierkürbisse ausschließlich zur Dekoration. „Zierkürbisse enthalten häufig Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine, die Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Magenkrämpfe verursachen können“, erklärt Katja Quantius, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Besonders gefährdet sind Kinder sowie ältere und geschwächte Personen. „Daher gehören Zierkürbisse niemals auf den Teller“, betont die Expertin.
Speisekürbisse können bedenkenlos verzehrt werden, weil die Bitterstoffe aus ihnen herausgezüchtet wurden. Da sich beide Arten optisch ähneln können, sollten nur ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnete Kürbisse verzehrt werden.
Was bedeutet bitterer Geschmack bei Kürbissen?
Auch ein grundsätzlich essbarer Speisekürbis kann giftige Curcurbitacine enthalten. Das betrifft besonders Kürbisse aus dem eigenen Garten, bei denen es zu ungewollten Kreuzungen mit Zierkürbissen kommen kann.
„Bei selbst angebauten Kürbissen sollten Sie vor der Zubereitung ein kleines Stück roh probieren. Schmeckt es deutlich bitter, spucken Sie es sofort aus“, empfiehlt Quantius.
Der Kürbis darf dann nicht weiterverarbeitet und verzehrt werden. Das gilt auch für die Kerne. „Durch Kochen, Braten oder Backen werden die giftigen Bitterstoffe nicht zuverlässig zerstört“, warnt Quantius.
Wie lassen sich Halloween-Kürbisse weiterverwerten?
Zierkürbisse sind ausschließlich für die Halloween- oder Herbstdeko bestimmt und landen daher früher oder später komplett auf dem Kompost. Wer einen essbaren Kürbis für Halloween aushöhlt, kann das Fruchtfleisch anschließend in vielen leckeren Rezepten verarbeiten. Nach den Bastelarbeiten mit Messer und Löffel sollte das Fruchtfleisch abgedeckt und kühl für den baldigen Verbrauch gelagert werden. „Die Kürbiskerne können ebenfalls verwendet werden, indem sie nach dem Entfernen vom Fruchtfleisch geschält und in einer Pfanne ohne Öl angeröstet werden“, rät Katja Quantius.
Auch das Einfrieren von Fruchtfleisch ist eine Möglichkeit, Kürbis länger haltbar zu machen. Dafür das Fruchtfleisch in Stücke schneiden und portionsweise einfrieren. Anders als bei vielen anderen Gemüsesorten empfiehlt es sich, Kürbis vor dem Einfrieren nicht zu blanchieren, da er sonst nach dem Auftauen matschig werden kann. Tiefgekühlter Kürbis eignet sich besonders für Suppen, Pürees und Gebäck und hält sich etwa vier bis fünf Monate.
„Wer den Kürbis nicht aushöhlen möchte, kann das Gesicht auch direkt mit Fratzenstickern auf die Schale kleben“, schlägt die Expertin vor. Nach Halloween können die Sticker entfernt und der Kürbis anschließend verarbeitet oder gelagert werden. Ganze, unbeschädigte Exemplare mögen es kühl und dunkel und können sich unter geeigneten Bedingungen mehrere Monate halten.
Für weitere Ideen zur Verwertung essbarer Halloween-Reste empfehlen wir Ihnen unsere Restverwertung von A–Z.
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Über die Verbraucherzentrale Bremen
Die Verbraucherzentrale Bremen mit Sitz in Bremen ist ein überparteilicher und anbieterunabhängiger, gemeinnütziger Verein. Seit über 60 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt Verbraucherinteressen bei Unternehmen, Politik und Verbänden. Die Verbraucherzentrale hat 18 Mitgliedsverbände und 31 Mitarbeiter:innen. Vorstand ist Marcus Wewer. Arbeitsschwerpunkte sind Verbraucherrecht, Telekommunikation und Medien, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, Energie und Bauen, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege.
Rezept: Cremige Hokkaido-Kürbissuppe mit gerösteten Kürbiskernen

Zutaten für 4 Portionen
- 800 g Fruchtfleisch von einem ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichneten Hokkaido-Kürbis
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1 mittelgroße Kartoffel, etwa 150 g
- 2 EL Rapsöl
- 800 ml Gemüsebrühe
- 100 ml Schlagsahne
- 30 g geschälte Kürbiskerne
- 1/2 TL mildes Paprikapulver
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Vorbereitung: etwa 15 Minuten. Den Hokkaido waschen, halbieren und Kerne sowie faseriges Gewebe entfernen. 800 g Fruchtfleisch mit Schale in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebel und Kartoffel schälen und würfeln. Nur einen ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichneten Kürbis verwenden; schmeckt ein selbst angebauter Kürbis deutlich bitter, darf er nicht verarbeitet werden.
- Die geschälten Kürbiskerne in einem großen Topf ohne Öl bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten unter Rühren anrösten. Herausnehmen und beiseitestellen.
- Das Rapsöl im selben Topf erhitzen. Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten glasig dünsten. Kürbis- und Kartoffelwürfel zugeben und weitere 3 Minuten anbraten.
- Gemüsebrühe angießen, Paprikapulver und Muskatnuss einrühren und alles aufkochen. Zugedeckt bei niedriger bis mittlerer Hitze 18 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis Kürbis und Kartoffel weich sind.
- Die Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren. Schlagsahne einrühren und die Suppe nochmals 2 Minuten sanft erhitzen, aber nicht stark kochen lassen. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
- Die Kürbissuppe auf vier Schalen verteilen und mit den gerösteten Kürbiskernen bestreuen. Gesamtzeit: etwa 40 Minuten.
Serviervorschlag: Heiß servieren; dazu passt schlichtes Bauernbrot.
Rezept: food-monitor / KI
