Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat ihre offizielle Labormethode zum Nachweis von Cronobacter überarbeitet.
Neu sind unter anderem ein alternativer Anreicherungsweg für pulverförmige Säuglingsnahrung und Verfahren für Umgebungsproben.
Was die FDA an der Methode geändert hat.

26. September 2026, food-monitor Trendradar – Die September-Ausgabe 2026 von Kapitel 29 des Bacteriological Analytical Manual (BAM) ersetzt die Fassung vom November 2023. Das BAM beschreibt die offiziellen mikrobiologischen Laborverfahren der FDA.
Für die Untersuchung pulverförmiger Säuglingsnahrung nennt die Behörde nun eine zusätzliche, gleichwertige Vorgehensweise mit sekundärer Anreicherung und anschließender DNA-Extraktion. Zugleich wurde die Zahl der nach der Anreicherung zu zentrifugierenden Teilproben von drei auf eine reduziert.
Neu aufgenommen wurden außerdem Abläufe zur Anreicherung von Umgebungsproben, zum qPCR-Screening und zur kulturellen Bestätigung. Weitere Änderungen betreffen unter anderem eine bevorzugte doppelt gequenchte qPCR-Sonde, eine alternative interne Amplifikationskontrolle, eine höhere Annealing-Temperatur sowie aktualisierte chromogene Nährmedien und Tabellen zur Inklusivität und Exklusivität.
Warum Cronobacter bei Säuglingsnahrung besonders relevant ist
Cronobacter-Bakterien können nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC trockene Lebensmittel wie pulverförmige Säuglingsnahrung kontaminieren. Erkrankungen sind selten, können für Säuglinge – insbesondere Neugeborene – jedoch lebensbedrohlich verlaufen. Pulverförmige Säuglingsnahrung ist nicht steril; Verunreinigungen können sowohl in Herstellungsbetrieben als auch nach dem Öffnen auftreten.
Die Überarbeitung ist deshalb vor allem für amtliche und betriebliche Labore sowie Hersteller relevant: Sie betrifft die praktische Untersuchung von Produkt- und Umgebungsproben. Sie ist keine Meldung über einen neuen Ausbruch und liefert keine neuen Zahlen zur Erkrankungshäufigkeit.
Einordnung für Deutschland und Europa
In der Europäischen Union bestehen mikrobiologische Kriterien für getrocknete Säuglingsanfangsnahrung. Für den horizontalen Nachweis von Cronobacter in Lebensmitteln, Futtermitteln und Umgebungsproben ist ISO 22964:2017 einschlägig; die Norm wurde 2024 überprüft und als weiterhin aktuell bestätigt.
Die FDA-Überarbeitung gilt für den US-amerikanischen Behördenvollzug. Sie ersetzt weder ISO 22964 noch ändert sie europäische Rechtsvorgaben. Als aktueller methodischer Referenzpunkt ist sie dennoch für europäische Labore und international tätige Hersteller interessant – besonders hinsichtlich der Einbeziehung von Umgebungsproben und des qPCR-Arbeitsablaufs.
Aussagekraft und Grenzen
Es handelt sich um die Revision einer offiziellen Behördenmethode, nicht um eine klinische Studie oder eine im selben Dokument veröffentlichte vergleichende Leistungsstudie. Die öffentlich zugängliche Revisionsübersicht beschreibt die Verfahrensänderungen, enthält aber keine Vergleichsdaten dazu, ob die neue Fassung gegenüber der Ausgabe von 2023 oder gegenüber ISO 22964 empfindlicher, schneller oder kostengünstiger ist.
Aus der Aktualisierung lässt sich daher keine Aussage über ein verändertes Erkrankungsrisiko ableiten. Offen bleibt außerdem, in welchem Umfang europäische Labore einzelne Elemente übernehmen oder unabhängig validieren werden.
Quellen: U.S. Food and Drug Administration (FDA), „BAM Chapter 29: Cronobacter“, September 2026; Centers for Disease Control and Prevention (CDC), „About Cronobacter Infection“; ISO 22964:2017; Verordnung (EG) Nr. 1441/2007 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005. Abruf: 26. September 2026.
food-monitor / Redakteur: chatgpt-work
