Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag von 2016 stellte Aussagen von Anbietern des Cell Regulation Screening (CRS) weitgehend als gesicherte medizinische Tatsachen dar. Nach erneuter Prüfung lassen sich die weitreichenden Diagnose- und Gesundheitsversprechen nicht durch belastbare unabhängige klinische Nachweise absichern. Der Inhalt wurde deshalb grundlegend korrigiert.
Was das CRS-System laut Anbieter messen soll
Das CRS-System nutzt eine optische Messung der Autofluoreszenz an der Hand. Anbieter leiteten daraus Aussagen über Stoffwechselregulation, Mikronährstoffbedarf, oxidativen Stress, Immunfunktion und weitere Gesundheitsparameter ab. Solche Anbieterangaben belegen jedoch für sich allein weder die diagnostische Genauigkeit noch einen medizinischen Nutzen.
Welche unabhängigen Daten auffindbar sind
Eine Magisterarbeit der Universität Wien aus dem Jahr 2014 untersuchte das System an 20 gesunden Personen. Für die körperliche Aktivität fand sie keinen signifikanten Zusammenhang mit den 28 untersuchten CRS-Parametern. Einzelne Korrelationen mit Ernährungsangaben sollten nach Einschätzung des Autors zurückhaltend interpretiert und mit invasiven Messmethoden validiert werden.
Diese kleine Untersuchung reicht nicht aus, um die im früheren Beitrag behauptete Erkennung von Nährstoffdefiziten, Entzündungsregulation, Immunstatus oder Krankheitsrisiken zu belegen. Auch die frühere Aussage, 80 Prozent aller Erkrankungen seien auf falsche Ernährung zurückzuführen, wurde entfernt.
Was Verbraucherinnen und Verbraucher beachten sollten
Ein solches Screening sollte keine ärztliche Diagnostik, keine anerkannten Laboruntersuchungen und keine medizinische Beratung ersetzen. Beschwerden, vermutete Mangelzustände oder auffällige Befunde sollten mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht allein aufgrund eines nicht hinreichend validierten Screenings eingenommen werden.
Prüfstand: 5. September 2026.
Quellen: frühere Anbieterinformationen zum CRS-System; Universität Wien: Magisterarbeit zum Cell Regulation Screening, 2014
Foto: DarkoStojanovic / Pixabay
Dieser Beitrag ist Teil des Themenfeldes: Ernährung, Gesundheit, Fitness: Was deutsche Verbraucher bewegt.

