Ernährung, Beauty und Longevity: Trends kritisch eingeordnet

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Lebensmittel, Nahrungsergänzung, Kosmetik und digitale Gesundheitsangebote wachsen zu einem großen „Wellbeing“-Markt zusammen. Kollagenprodukte, funktionelle Lebensmittel und personalisierte Empfehlungen sind dabei starke Trends – aber nicht automatisch wissenschaftlich belegte Gesundheitslösungen.

Die International Food Innovation Conference am Gottlieb Duttweiler Institut stellte 2025 die Verbindung von Ernährung, Gesundheit und Beauty in den Mittelpunkt. Marktprognosen in diesem Umfeld beschreiben vor allem wirtschaftliche Erwartungen. Sie belegen weder, dass einzelne Produkte wirksam sind, noch dass sie das Leben verlängern.

Kollagen: großer Markt, begrenzte Aussagen

Kollagenpulver und -drinks werden häufig mit schönerer Haut oder weniger Falten beworben. Solche Versprechen sind kritisch zu prüfen. Für Kollagen in Lebensmitteln sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Aussagen zur Verbesserung von Hautstruktur oder Gelenkgesundheit zugelassen. Die Studienlage wird zudem durch kleine Untersuchungen, unterschiedliche Produkte und Herstellerfinanzierung eingeschränkt.

Kollagenpräparate für schönere Haut?: Der Faktencheck erklärt Studienlage, Werbung und rechtliche Grenzen.

„Funktionell“ ist kein Qualitätsurteil

Funktionelle Lebensmittel enthalten zugesetzte Stoffe oder werden mit einem besonderen Nutzen vermarktet. Ob dieser Nutzen belegt ist, muss für die konkrete Zutat, Dosis und Zielgruppe geprüft werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet beantragte Health Claims; zugelassene Aussagen gelten nur unter festgelegten Bedingungen.

Auch Produkte aus Präzisionsfermentation oder anderen neuen Verfahren sind nicht pauschal nachhaltiger oder gesünder als herkömmliche Alternativen. Rohstoffe, Energieverbrauch, Nährwert, Verarbeitung und tatsächlicher Ersatz tierischer Produkte entscheiden über die Bilanz.

Personalisierung hat Grenzen

Wearables und Apps können Bewegung, Schlaf oder Ernährungsgewohnheiten sichtbar machen. Messfehler, Datenschutz und die Interpretation der Daten bleiben wichtige Fragen. Kommerzielle Tests des Mikrobioms oder einzelner Genvarianten liefern derzeit meist keine Ernährungsempfehlungen, deren zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen im Alltag zuverlässig belegt ist.

Medizinisch begründete Personalisierung ist etwas anderes: Allergien, Zöliakie, Diabetes, Nierenkrankheiten oder ein nachgewiesener Nährstoffmangel erfordern tatsächlich individuelle Empfehlungen. Sie sollten auf gesicherter Diagnostik und qualifizierter Beratung beruhen.

Was gesundes Altern wirklich unterstützt

Für gesundes Altern gibt es kein einzelnes „Longevity Food“. Gut belegt sind grundlegende Faktoren: nicht rauchen, ausreichend bewegen, ausgewogen essen, gut schlafen, Alkohol begrenzen, Impfungen und Vorsorge nutzen sowie Blutdruck und andere Risikofaktoren behandeln lassen. Kosmetik und Nahrungsergänzung können diese Grundlagen nicht ersetzen.

Die Verbraucherzentrale ordnet insbesondere Kollagenwerbung kritisch ein. Der ursprüngliche Konferenzbericht bleibt beim Gottlieb Duttweiler Institut abrufbar.

Quelle: Gottlieb Duttweiler Institut / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026