Einordnung: Der ursprüngliche Beitrag aus dem Jahr 2018 stammte aus dem Lebensmittelchemischen Institut des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie. Allgemeine Schutzversprechen für gewöhnliche Schokolade lassen sich aus den dargestellten Labor- und Beobachtungsbefunden nicht ableiten.
Polyphenole sind eine große Stoffgruppe
Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit sehr unterschiedlichen chemischen Strukturen. Sie kommen beispielsweise in Kakao, Tee, Kaffee, Obst und Gemüse vor. „Polyphenole“ ist deshalb kein einheitlicher Wirkstoffname und kein pauschaler Wirksamkeitsnachweis.
Für Kakao sind besonders Flavanole wie Epicatechin und bestimmte Procyanidine relevant. Verarbeitung, Fermentation, Röstung und Rezeptur können ihren Gehalt deutlich verändern. Ein hoher Kakaoanteil allein zeigt nicht, wie viele der rechtlich definierten Kakaoflavanole eine Portion tatsächlich liefert.
Der zugelassene Health Claim gilt nur unter Bedingungen
In der Europäischen Union ist für entsprechend zusammengesetzte Kakaoerzeugnisse folgende gesundheitsbezogene Angabe zugelassen: Kakaoflavanole helfen, die Elastizität der Blutgefäße aufrechtzuerhalten, was zu einem normalen Blutfluss beiträgt.
Die Angabe darf nur verwendet werden, wenn Verbraucher darüber informiert werden, dass die positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 200 Milligramm Kakaoflavanolen eintritt. Nach der Verordnung kann diese Menge beispielsweise durch 2,5 Gramm flavanolreiches Kakaopulver oder 10 Gramm flavanolreiche dunkle Schokolade bereitgestellt werden – vorausgesetzt, das konkrete Produkt liefert tatsächlich die vorgeschriebene Menge.
Die Rechtsgrundlage enthält die Verordnung (EU) 2015/539. Der zugelassene Claim ist kein Nachweis dafür, dass beliebige Schokolade Krebs verhindert, die geistige Leistung steigert oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt.
Schokolade bleibt ein energiereiches Genussmittel
Schokolade enthält je nach Sorte erhebliche Mengen Fett, Zucker und Energie. Dunkle Schokolade hat häufig weniger Zucker, kann aufgrund ihres Fettgehalts aber weiterhin energiereich sein. Eine mögliche Flavanolzufuhr hebt diese Eigenschaften nicht auf.
Wer Schokolade mag, kann sie in einer passenden Menge als Genussmittel in eine ausgewogene Ernährung einbauen. Für gesundheitliche Entscheidungen sind die gesamte Ernährungsweise, Bewegung und weitere Risikofaktoren wichtiger als einzelne Pflanzenstoffe in einem Süßwarenprodukt.
Quelle: lci-koeln.de / food-monitor
