Kakaogetränkepulver im ÖKO-TEST 2023: Nesquik „ungenügend“

ÖKO-TEST untersuchte 2023 insgesamt 16 kakaohaltige Getränkepulver. Kein Produkt war nach den Kriterien des Magazins besser als „befriedigend“; Nesquik und Caribo Bio erhielten „ungenügend“.

Kakaohaltige Getränkepulver aus dem ÖKO-TEST 2023
Foto: ÖKO-TEST; New Africa/Shutterstock

Was ÖKO-TEST prüfte

Das Magazin ließ die Pulver auf Zucker, Cadmium, Mineralölbestandteile und weitere unerwünschte Stoffe untersuchen. Zusätzlich bewertete es Angaben und Nachweise zu den Lieferketten im Kakaoanbau. Nach den damaligen Testkriterien schnitten drei Bio-Produkte und zwei konventionelle Pulver mit „befriedigend“ am besten ab.

Zucker ist häufig die Hauptzutat

Einige der getesteten Getränkepulver bestanden laut ÖKO-TEST zu bis zu 87 Prozent aus Zucker. Ob Zucker die Hauptzutat ist, lässt sich an seiner Position in der Zutatenliste erkennen. Für Kinder sind stark gesüßte Kakaogetränke nicht als regelmäßiger Durstlöscher geeignet. Weniger Pulver zu dosieren oder ungesüßtes Kakaopulver sparsam selbst zu süßen, kann die Zuckermenge reduzieren.

Cadmium: langfristige Aufnahme zählt

Kakao kann je nach Anbaugebiet vergleichsweise viel Cadmium enthalten. Das Schwermetall reichert sich aufgrund seiner langen biologischen Halbwertszeit vor allem in Leber und Nieren an; die Niere gilt als empfindliches Zielorgan. Für die Risikobewertung ist die gesamte langfristige Aufnahme aus allen Lebensmitteln maßgeblich, nicht der bloße Nachweis in einem einzelnen Produkt.

Die aktuelle BfR-MEAL-Auswertung von 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die durchschnittliche Cadmiumaufnahme für die Mehrheit der Bevölkerung nicht zu erwarten sind. Bestimmte Lebensmittel und hohe Verzehrmengen können dennoch stärker zur Exposition beitragen.

Mineralölbestandteile differenziert betrachten

ÖKO-TEST beanstandete in mehreren Pulvern MOSH. Nach der 2023 aktualisierten Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gibt die gegenwärtige Aufnahme von MOSH über Lebensmittel keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis, auch wenn zu Langzeitwirkungen Datenlücken bestehen. Besonders kritisch sind bestimmte MOAH-Fraktionen, weil sie genotoxische und krebserzeugende Verbindungen enthalten können. Testnote und konkrete gesundheitliche Risikobewertung sind deshalb nicht gleichzusetzen.

Lieferketten und Kinderarbeit

ÖKO-TEST bewertete auch, wie weit Hersteller Herkunft, Bezahlung, Pestizideinsatz und Maßnahmen gegen verbotene Kinderarbeit belegten. Rapunzel und GEPA legten dem Magazin zufolge die Lieferkette bis zu Kleinbäuerinnen und Kleinbauern besonders umfassend offen. Kein Anbieter konnte nach den Testkriterien den Ausschluss verbotener Kinderarbeit vollständig nachweisen.

Diese CSR-Bewertung ist ein eigener Teil des Tests. Fehlende Nachweise bedeuten nicht automatisch den Beleg eines konkreten Verstoßes, zeigen aber Grenzen der Transparenz.

Grenzen des historischen Tests

Die Ergebnisse beziehen sich auf die 2023 gekauften Produkte und Chargen. Rezepturen, Rohstoffquellen und Unternehmensprogramme können sich ändern. Die Noten bilden die Kriterien von ÖKO-TEST ab und sind keine amtliche Sicherheitsbewertung.

Quellen

Historischer Produkttest von 2023 / fachlich eingeordnet und aktualisiert am 6. September 2026 / food-monitor / KI