Eierlikör: Zutaten, Mindestalkohol und sichere Zubereitung

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Eierlikör ist rechtlich genau definiert

Eierlikör im Glas
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Eierlikör ist eine Spirituose aus Alkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, Destillat oder einer Spirituose sowie hochwertigem Eigelb, Eiweiß und Zucker oder Honig. Die EU-Spirituosenverordnung legt Mindestmengen und den Alkoholgehalt fest.

Wie viel Eigelb, Zucker und Alkohol sind vorgeschrieben?

Pro Liter Fertigerzeugnis muss Eierlikör mindestens 140 Gramm reines Eigelb enthalten. Der Mindestgehalt an Zucker oder Honig beträgt – als Invertzucker ausgedrückt – 150 Gramm je Liter. Der Alkoholgehalt muss mindestens 14 Volumenprozent erreichen.

Zum Aromatisieren sind geschmackgebende Lebensmittel, Aromastoffe und Aromaextrakte zulässig. Entgegen älteren Darstellungen dürfen nach der heute geltenden EU-Spirituosenverordnung bei Eierlikör auch Milch und Milcherzeugnisse verwendet werden. Die frühere pauschale Aussage, Eierlikör dürfe keine Milch oder Sahne enthalten, ist daher überholt.

Eierlikör darf nicht mit „Likör mit Eizusatz“ verwechselt werden. Für diese eigene Kategorie gelten unter anderem ein geringerer Mindest-Eigelbgehalt von 70 Gramm je Liter und ein Mindestalkoholgehalt von 15 Volumenprozent.

Kennzeichnung und Allergene

Bei vorverpacktem Eierlikör muss der Alkoholgehalt angegeben sein. Spirituosen sind grundsätzlich von einer vollständigen Zutatenliste und Nährwertdeklaration ausgenommen. Kennzeichnungspflichtige Allergene müssen jedoch kenntlich gemacht werden. Dazu gehören Ei und – falls verwendet – Milch.

Der vorgeschriebene Mindestalkoholgehalt ist nicht mit Alkoholfreiheit oder einem gesundheitlichen Schutz gleichzusetzen. Was bei anderen Heißgetränken rechtlich und geschmacklich unterschieden wird, erläutert der Beitrag „Punsch und Glühwein: Zutaten, Alkohol und Unterschiede“.

Selbst gemachter Eierlikör: Rohei sicher behandeln

Rohe Eier können Salmonellen enthalten. Ein Alkoholgehalt von 14 Volumenprozent macht einen häuslichen Ansatz nicht automatisch sofort sicher. Die Wirkung hängt von der tatsächlichen Endkonzentration, der gleichmäßigen Durchmischung, Temperatur und Einwirkzeit ab. Eine ältere BfR-Stellungnahme beschreibt dafür ein genau festgelegtes Verfahren; sie ist kein Ersatz für eine kontrollierte Herstellung.

Für Privathaushalte ist pasteurisiertes Eigelb beziehungsweise ein pasteurisiertes Eiprodukt die sicherere Wahl. Bei frischen Schaleneiern nur sehr frische, unbeschädigte Eier verwenden, Schale und Inhalt sauber trennen, Hände und Geräte gründlich reinigen und eine nachweislich geprüfte Rezeptur exakt einhalten. Den fertigen Likör sauber abfüllen, gekühlt lagern und zügig verbrauchen.

Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Menschen sowie alle, die Alkohol meiden, sollten selbst gemachten Eierlikör nicht trinken. Alkoholische Getränke sind grundsätzlich nicht für Kinder bestimmt.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Dr. Christina Rempe, BZfE / food-monitor



Rezept: Eierlikör-Marmorkuchen

Saftiger Eierlikör-Marmorkuchen mit hellem und dunklem Teig
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 1 Kastenform, etwa 12 Stücke

  • 250 g weiche Butter
  • 180 g Zucker
  • 4 Eier
  • 300 g Weizenmehl Type 405
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 150 ml Eierlikör aus dem Handel
  • 2 EL Backkakao
  • 2 EL Milch
  • 1 EL Puderzucker

Zubereitung

  1. Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform von etwa 25 cm Länge fetten und mit Mehl ausstäuben.
  2. Butter und Zucker etwa 4 Minuten cremig schlagen. Eier einzeln jeweils etwa 30 Sekunden unterrühren.
  3. Mehl, Backpulver und Salz mischen und abwechselnd mit dem Eierlikör kurz unter den Teig rühren.
  4. Die Hälfte des Teigs in die Form geben. Kakao und Milch unter den restlichen Teig rühren, darauf verteilen und beide Teige mit einer Gabel spiralförmig marmorieren.
  5. Kuchen 50 bis 55 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen, 10 Minuten in der Form ruhen lassen, stürzen und vollständig auskühlen lassen.

Hinweis zu Sicherheit und Allergenen: Der Kuchen enthält Ei, Milch und glutenhaltiges Weizenmehl. Eierlikör kann je nach Rezeptur weitere Allergene enthalten; Etikett prüfen. Das Backen entfernt Alkohol nicht zuverlässig vollständig. Der Kuchen ist deshalb nicht für Kinder, Schwangere und Personen geeignet, die Alkohol meiden. Rohten Teig wegen der Eier und des Mehls nicht probieren.

Rezept: food-monitor / KI