Hohe Temperaturen können bei Menschen mit Diabetes die Kreislauf- und Blutzuckerregulation belasten. Medikamente, Insulin und Messgeräte brauchen bei Hitze besondere Aufmerksamkeit.
Menschen mit Diabetes reagieren nicht alle gleich auf Hitze. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen und diabetischen Nervenschäden. Wer bei hohen Temperaturen Schwindel, starke Schwäche, Verwirrtheit oder ungewöhnlich hohe beziehungsweise niedrige Glukosewerte bemerkt, sollte frühzeitig handeln und im Zweifel medizinische Hilfe suchen.
Ausreichend trinken und Werte häufiger kontrollieren
Schwitzen erhöht den Flüssigkeitsverlust. Regelmäßiges Trinken ist deshalb wichtig, sofern eine ärztlich verordnete Trinkmengenbegrenzung – etwa bei einer schweren Nieren- oder Herzerkrankung – nicht dagegenspricht. Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke eignen sich nicht zum Durstlöschen.
Hitze, körperliche Aktivität und Flüssigkeitsmangel können die Glukosewerte verändern. Bei ungewöhnlichen Werten empfiehlt es sich, häufiger zu messen. Therapieänderungen sollten nicht auf eigene Faust erfolgen, sondern nach dem persönlich vereinbarten Behandlungsplan oder in Rücksprache mit dem Diabetes-Team.
Insulin und Diabetestechnik vor Hitze schützen
Insulin darf weder überhitzen noch einfrieren. Ungeöffnete Vorräte werden entsprechend den Herstellerangaben meist im Kühlschrank aufbewahrt; angebrochene Pens und Patronen benötigen einen vor direkter Sonne und großer Hitze geschützten Platz. Sie gehören nicht direkt auf Kühlakkus. Auch Sensoren, Messgeräte, Pumpen und Teststreifen sollten innerhalb der angegebenen Temperaturbereiche verwendet werden.
Im Winter gelten andere, aber ebenso wichtige Schutzmaßnahmen. Der Beitrag Diabetes im Winter: Insulin, Technik und Füße schützen erklärt, wie Medikamente und Geräte vor Frost bewahrt werden.
Füße und Kreislauf im Blick behalten
Bei einer Neuropathie werden Hitze, kleine Verletzungen oder Verbrennungen an den Füßen mitunter nicht rechtzeitig wahrgenommen. Schuhe schützen vor heißem Boden; die Füße sollten täglich auf Druckstellen und Wunden kontrolliert werden. Sport und Wege im Freien lassen sich möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. Leichte Kleidung, Schatten und ein individuell abgestimmter Notfallvorrat ergänzen den Schutz.
Weitere Informationen bieten das Deutsche Diabetes-Zentrum und das unabhängige Diabetesinformationsportal diabinfo.de.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quellen: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), diabinfo.de / food-monitor / KI
