Ingwer: die scharfe Knolle ist Arzneipflanze des Jahres 2026

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Ingwer ist Arzneipflanze des Jahres 2026 – und zugleich ein vielseitiges Gewürz für herzhafte und süße Speisen.

Ingwer
Fotolia #93825070 © aboikis – Lizenznehmer-food-monitor

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie haben Ingwer zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt. Ein Anlass war die aktualisierte europäische Arzneimittelbewertung.

Rhizom statt Knolle

Ingwer (Zingiber officinale) gehört zu den Ingwergewächsen. Verwendet wird der unterirdische, waagerecht wachsende Spross – botanisch ein Rhizom. Die Bezeichnungen „Ingwerwurzel“ oder „Ingwerknolle“ sind im Alltag üblich, fachlich aber ungenau. Ingwer stammt aus dem tropischen und subtropischen Asien und wird heute in zahlreichen Ländern angebaut.

Die zitronig-frische Schärfe entsteht vor allem durch Scharfstoffe und ätherische Öle. Frischer Ingwer sollte fest sein und eine möglichst glatte, unbeschädigte Schale besitzen. Kühl, trocken und dunkel gelagert hält sich das unangeschnittene Rhizom mehrere Wochen. Angeschnittenen Ingwer gut abdecken und im Kühlschrank aufbewahren.

Ingwer in der Küche

Ingwer würzt Currys, Suppen, Eintöpfe, Gemüsegerichte, Chutneys und Marinaden. Er passt außerdem zu Gebäck, Desserts und Konfekt. Eingelegter Ingwer wird häufig zu Sushi gereicht; die Grundlagen zum passenden Reis erklärt der Beitrag „Was ist Sushi-Reis?“.

Für eine milde Note den Ingwer in größeren Stücken mitgaren und später entfernen. Fein gerieben oder gehackt verteilt sich die Schärfe stärker. Junge Rhizome besitzen eine dünnere Schale; ältere Exemplare werden meist geschält. Ingwer vor der Verarbeitung gründlich waschen und Schnittflächen sauber halten.

Als Getränk kann frischer Ingwer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden. Die Ziehzeit beeinflusst vor allem die Schärfe. Eine praktische Zubereitung beschreibt „Wie bereitet man frischen Ingwertee richtig zu?“. Ingwertee ist ein Getränk und kein Ersatz für eine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Was die EMA zur medizinischen Anwendung sagt

Die Europäische Arzneimittel-Agentur unterscheidet klar zwischen gut belegter und traditioneller Anwendung bestimmter Ingwer-Arzneimittel. Als „well-established use“ gilt bei Erwachsenen und älteren Menschen die Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit. Weitere Anwendungen – etwa bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, vorübergehender Appetitlosigkeit, leichten Gelenkschmerzen oder Erkältungssymptomen – sind als traditionelle Verwendung eingestuft. Diese beruht auf langjähriger Anwendung, nicht auf einem hinreichenden klinischen Wirksamkeitsnachweis.

Diese Bewertung bezieht sich auf definierte Arzneimittel und Dosierungen, nicht auf normale Küchenmengen. Für Alter, Dauer, Gegenanzeigen und Dosierung ist die jeweilige Packungsbeilage maßgeblich. Ingwer-Arzneimittel werden laut EMA in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Bei anhaltenden, stärkeren oder unklaren Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Fachliche Aktualisierung zur Arzneimittel-Einordnung: Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)



Rezept: Möhren-Ingwer-Suppe

Zutaten für 4 Portionen

  • 700 g Möhren
  • 200 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 15 bis 20 g frischer Ingwer
  • 1 EL Rapsöl
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Kokosmilch
  • 1 Bio-Limette
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • optional: fein geschnittener Schnittlauch

Zubereitung

  1. Möhren, Kartoffeln, Ingwer und Limette gründlich waschen. Möhren und Kartoffeln schälen und würfeln. Zwiebel und Ingwer schälen und fein hacken.
  2. Rapsöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Ingwer bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten anschwitzen, ohne sie stark zu bräunen.
  3. Möhren und Kartoffeln zugeben, kurz mitdünsten und mit Gemüsebrühe auffüllen. Aufkochen und zugedeckt etwa 20 Minuten garen, bis das Gemüse weich ist.
  4. Kokosmilch zugeben und die Suppe fein pürieren. Noch einmal vollständig erhitzen.
  5. Limette abtrocknen, etwas Schale fein abreiben und 1 bis 2 EL Saft auspressen. Die Suppe mit Limettensaft, wenig Abrieb, Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Auf vier Schalen verteilen und nach Wunsch mit gewaschenem Schnittlauch bestreuen.

Lebensmittelsicherheit: Heiße Flüssigkeiten vorsichtig und nur mit einem dafür geeigneten Pürierstab oder Mixer verarbeiten. Reste zügig abkühlen lassen, abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und beim erneuten Erwärmen vollständig durcherhitzen.

Allergene: Gemüsebrühe kann Sellerie und weitere kennzeichnungspflichtige Allergene enthalten. Die Zutatenliste des verwendeten Produkts beachten.

Serviervorschlag: Mit Vollkornbrot oder gerösteten Kürbiskernen servieren.

Rezept: food-monitor / KI