Der UNU-Bericht „Global Water Bankruptcy“ warnt vor dauerhaft übernutzten Flüssen, Grundwasserleitern und Feuchtgebieten.
Das Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen veröffentlichte den Bericht zur globalen „Wasserinsolvenz“ am 20. Januar 2026. Er beschreibt Regionen, in denen Wasserentnahme, Verschmutzung und der Verlust natürlicher Speicher sichere Grenzen dauerhaft überschritten haben.
NABU-Referent Max Meister bezeichnete den Bericht als Weckruf. Nach seiner Einschätzung fließt auch in Deutschland Niederschlagswasser zu schnell ab, während Böden und Auen zu wenig davon zurückhalten. Dies könne Dürren, Schäden durch Starkregen und den Verlust biologischer Vielfalt verschärfen.
Der NABU fordert die Bundesregierung daher auf, 2026 eine integrierte Wasserpolitik umzusetzen, die Wassermanagement, Land- und Forstwirtschaft und Landschaftsplanung zusammendenkt. Ein verbindliches Wassermanagementgesetz müsse naturbasierte Lösungen wie regenerative Landwirtschaft, Humusaufbau und klimaresiliente Wälder fördern. „Wir brauchen klare Anreize für die Land- und Forstwirtschaft, damit Wasser dort bleibt, wo es gebraucht wird, nämlich in Böden, Wäldern und Feuchtgebieten“, betont Meister.
Koordinierte finanzielle Anreize in der Agrarförderung sollen zudem wassersparende Verfahren und landschaftliche Strukturen flächendeckend unterstützen. Dringend erforderlich sei außerdem der Schutz, die Renaturierung und Wiedervernässung von Auen, Feuchtgebieten und Mooren, die als natürliche Wasserspeicher fungieren und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.
„Wenn wir nicht handeln, riskieren wir nachhaltige ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden“, warnt Meister. „Wasserknappheit ist kein fernes Problem. Sie betrifft die Landwirtschaft in Deutschland, unsere Städte und unsere Ökosysteme schon heute.“ Ohne konsequente Gegenmaßnahmen könnten laut einer neuen Studie von NABU und BCG die Kosten durch Wasserknappheit, Ernteausfälle, Waldschäden und Infrastrukturrisiken bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 20 bis 25 Milliarden Euro pro Jahr steigen, mit einem kumulierten Schaden von bis zu 625 Milliarden Euro bis 2050. Frühzeitige Investitionen in natürliche Wasserspeicher seien deshalb ökologisch wie ökonomisch sinnvoll. Die Kombination naturbasierter Lösungen aus regenerativer Landwirtschaft, naturnahen Wäldern und steuerbarer Drainage kann nach Einschätzung der Studie zusätzlich 7 bis 7,7 Milliarden Kubikmeter Wasser speichern und so die Wasserbilanz Deutschlands stabilisieren.
Die zugrunde gelegten Deutschland-Zahlen erläutert der Beitrag „BCG und NABU beziffern Grundwasserverlust und nennen Handlungsoptionen“.
Quelle: Naturschutzbund Deutschland (NABU) / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026
