DUH verweist auf 36 Milliarden Einwegbecher und -boxen pro Jahr
Neue Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) belegen das Ausmaß der Einweg-Plastikflut in Deutschland: So wurden im Jahr 2022 mehr als 8 Milliarden Einweg-Becher und 28 Milliarden Einweg-Essensboxen verbraucht, die ganz oder teilweise aus Plastik bestehen. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf Platz zwei hinter Rumänien. Frühere Studien und Berechnungen gingen lediglich von rund 10 Milliarden jährlich verbrauchten Einweg-Bechern und -Boxen im Takeaway-Bereich aus. Die neuen Zahlen berücksichtigen nun auch Plastikbecher und -boxen aus Supermärkten, etwa für Trinkjoghurt oder vorverpackte Salate. Damit die Einweg-Müllmengen kleiner werden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine wirksame finanzielle Förderung von Mehrwegalternativen im Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz.
Dazu Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „36 Milliarden Einweg-Becher und -Essensboxen pro Jahr – das sind 396.000 Tonnen Verpackungsmüll, schwerer als der Kölner Dom. Diese schockierenden Zahlen zeigen, wie dringend notwendig Mehrwegalternativen sind. Neben Mehrweglösungen für Take-Away-Verpackungen gibt es inzwischen auch Mehrwegsysteme für vorverpackte Salate, Desserts oder Snacks im Supermarkt. Hierzu braucht es allerdings eine wirksame finanzielle Förderung, denn insbesondere beim Aufbau und der Skalierung von neuen Mehrwegsystemen sind die Anfangsinvestitionen hoch.
Deshalb ist es umso bedauerlicher, dass Umweltminister Carsten Schneider zwar innovative Mehrwegsysteme wie Sykell oder memo mit dem Blauen Engel auszeichnet, aber die dringend benötigte finanzielle Förderung im Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz nicht durchsetzen konnte. Statt verpflichtenden fünf Euro je Tonne Einweg-Verpackungen für die Förderung von Mehrweg will die Bundesregierung nun auf freiwillige Beiträge der Einweg-Industrie in nicht festgelegter Höhe setzen. Weil das Verpackungsgesetz in Kürze dem Bundestag zur Zustimmung vorgelegt werden soll, fordern wir alle Abgeordneten dazu auf, sich für einen wirksamen Finanzierungsmechanismus zur Mehrwegförderung einzusetzen.“
Link: Studie des Umweltbundesamtes: https://www.umweltbund…ung-gemass
Stand August 2026
Die oben wiedergegebenen Forderungen beziehen sich auf den Gesetzentwurf vom Februar 2026. Bundestag und Bundesrat haben das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz inzwischen beschlossen; es setzt die neue EU-Verpackungsverordnung national um. Die DUH-Forderung nach einem verbindlichen Finanzierungsmechanismus bleibt als Verbandsposition einzuordnen und ist nicht mit geltendem Recht gleichzusetzen.
Die zwischenzeitliche Forderung des Bundesrates dokumentiert Mehrwegförderung: Bundesratsforderung und Rechtsstand 2026.
Unabhängig davon plant die Bundesregierung für 2027 eine nationale Abgabe auf Kunststoffverpackungen. Den Unterschied zum bereits seit 2021 bestehenden EU-Beitrag erklärt „Plastikabgabe 2027: DUH begrüßt Plan der Bundesregierung“.
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Aktualisiert am 17. August 2026
Quelle: duh.de
