AOK-Diagnosedaten für 2024: Anteil gegenüber 2019 nahezu unverändert.
AOK Rheinland/Hamburg startet wissenschaftlich fundierten und kostenlosen Online-Coach
Starkes Übergewicht, ein Body-Mass-Index ab 30 und ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes: Knapp jede und jeder zehnte AOK-Versicherte im Rheinland erhielt 2024 die Diagnose Adipositas. Das zeigt eine Analyse der Daten von rund drei Millionen Versicherten, die die AOK Rheinland/Hamburg anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 4. März 2026 ausgewertet hatte. Demnach erhielten 9,88 Prozent der Versicherten im Rheinland 2024 die Diagnose Adipositas. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der sogenannten Best Ager – Menschen zwischen 50 und 70 Jahren – die überdurchschnittlich oft an Adipositas erkrankt sind. Die Zahlen stagnieren dabei auf einem gleichbleibend hohen Niveau: Fünf Jahre zuvor, im Jahr 2019, lag der Anteil der Versicherten mit Adipositas bei 9,89 Prozent.
Um adipöse Menschen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung zu unterstützen, hat die AOK einen wissenschaftlich fundierten Online-Coach Adipositas entwickelt, der zum damaligen Aktionstag für alle Interessierten freigeschaltet wurde. Er informiert in elf Modulen über die Hintergründe der Erkrankung und vermittelt Strategien, wie Betroffene ihren Lebensstil schrittweise verändern und ihr Körpergewicht langfristig senken können. Der neue Online-Coach bietet neben leicht verständlichen Informationen praktische Übungen zur Selbstreflektion und interaktive Lernelemente zu den Themen Ernährung, Bewegung, Verhaltensänderung, Motivation, Stressmanagement und Entspannung. Das Programm kann eine ärztliche oder therapeutische Beratung nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.
„Unsere Auswertungen zeigen deutlich, dass Adipositas kein Randphänomen mehr ist, sondern eine Erkrankung, die in der Mitte unserer Gesellschaft steht“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. „Wir sehen in unseren Versichertendaten täglich, wie viele Menschen – unabhängig von Alter, Beruf oder sozialem Hintergrund – betroffen sind. Mich bewegen dabei besonders die individuellen Geschichten und Schicksale dahinter.“
Um wirksam zu helfen, brauche es ein Umdenken auf mehreren Ebenen. „Wir müssen Adipositas konsequent entstigmatisieren und als das anerkennen, was sie ist: eine ernstzunehmende Erkrankung. Gleichzeitig brauchen wir gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil erleichtern – von frühkindlicher Prävention über Aufklärung bis hin zu strukturellen Angeboten in Kommunen und Betrieben. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir die Betroffenen spürbar entlasten und langfristig etwas verändern.“
Online-Coach Adipositas: In kleinen Schritten zur Lebensstiländerung
Der Online-Coach Adipositas ist für alle Interessierten kostenlos nutzbar. Auf Wunsch können sich die Nutzerinnen und Nutzer registrieren, damit ihre Fortschritte und Eingaben, zum Beispiel bei Übungen oder Wissenstests, im Coach gespeichert werden. Mit dem neuen Programm ergänzt die AOK ihr bestehendes Angebot von Online-Coaches. So gibt es bereits Programme zu den Indikationen Diabetes und Bluthochdruck. Außerdem bietet die AOK mit den Familiencoaches praktische Hilfe zur Selbsthilfe, um betroffene Angehörige optimal zu unterstützen. Die Familiencoaches gibt es zu den Themen Krebs, ADHS, Kinderängste, Depression und Pflege.
Zum Online-Coach Adipositas: https://aok.de/online-coach-adipositas
Einordnung vom 14. September 2026: Die AOK-Mitteilung vom 3. März 2026 bezieht sich auf Diagnosedaten des Jahres 2024. Die genannten 9,88 Prozent beschreiben die ausgewerteten Versicherten; sie sind weder eine Messung der aktuellen Häufigkeit im Jahr 2026 noch ohne Weiteres mit bevölkerungsweiten BMI-Erhebungen vergleichbar.
Quelle: aok.de/pp/rh
