Grillen gehört für viele Menschen zum Sommer dazu.

Würstchen, Grillkäse, Salat und Dips – die Auswahl an leckeren Snacks und würzigen Zutaten ist riesig. Mit den richtigen Tipps lässt sich auch vermeiden, dass dabei Reste übrig bleiben.
Ob mit Familie oder Freunden: Grillen macht Spaß, und frisch vom Rost schmeckt alles doppelt so gut. Wer clever plant, kann nicht nur unnötige Reste vermeiden, sondern auch vorhandene Vorräte sinnvoll nutzen. „Grillen eignet sich hervorragend, um Reste kreativ zu verbrauchen. Gemüse, das schon etwas länger im Kühlschrank liegt, oder Brot vom Vortrag: Fast alles lässt sich auf dem Rost in schmackhafte Leckereien verwandeln“, sagt Luisa Greupner von der Koordinierungsstelle Zu gut für die Tonne!
Blick in die Vorräte
Bevor es in den Supermarkt geht, lohnt sich ein Blick in Kühlschrank, Vorratsschrank und Gefrierfach. Was ist noch vorhanden und kann gut verwendet werden? Fast alle festen Gemüsesorten lassen sich hervorragend auf dem Grill zubereiten – ob als bunte Spieße mit Paprika, Zucchini, Aubergine und Champignons oder als Beilage mit Kartoffeln und Feta in der Grillpfanne. Gegrilltes Gemüse lässt sich auch gut zu einem Dip verarbeiten. Dabei kann das Gemüse ruhig schon etwas älter sein. Auch schrumpelige Möhren oder Paprika schmecken gegrillt wieder sehr lecker. Auch übrig gebliebenes Brot wird auf dem Grill wieder knusprig und eignet sich als einfache Beilage oder für einen Brotsalat mit Tomaten. Und noch ein Geheimtipp: Nicht mehr ganz frisches Obst bekommt auf dem Grill ganz neue Aromen und wird zur leckeren Beilage oder zum Apfel-, Birnen- oder Mango-Dessert.
Bedarf planen und gezielt einkaufen
Wer weiß, was noch in den Schränken auf den Verzehr wartet, kann besser einschätzen, was noch fürs Grillbuffet fehlt und eine passende Einkaufsliste schreiben. Dabei sollten Gästezahl, Vorlieben und die Zusammensetzung der Gruppe berücksichtigt werden. Der Portionsplaner der Verbraucherzentrale [https://www.verbraucherzentrale.de/portionsplaner] hilft, realistische Mengen zu berechnen.
Richtig transportieren und lagern
Gerade im Sommer ist die Kühlkette besonders wichtig, daher unbedingt eine Kühltasche zum Einkaufen mitnehmen. Fleisch, Milchprodukte und empfindliche Salate sollten zuhause direkt in den Kühlschrank gelegt und bis zur Zubereitung kühl gelagert werden. Außerdem wichtig: Für rohes Fleisch beim Grillen immer eine separate Grillzange verwenden. Das verhindert die Keimübertragung. Rohes Grillgut, das einmal aus dem Kühlschrank genommen wurde, sollte zudem immer vollständig vergrillt und nicht wieder zurück in den Kühlschrank gelegt werden.
Falls am Ende doch Reste bleiben, helfen kreative Rezeptideen weiter. Grillgemüse und gegrilltes Fleisch machen sich zum Beispiel am nächsten Tag gut im Wrap oder Auflauf, Brotreste lassen sich als Croûtons für eine Suppe verwerten. Weitere Anregungen gibt es in der Zu gut für die Tonne!-App und auf der Website. [https://www.zugutfuerdietonne.de]
Hintergrund
Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, 58 Prozent davon in Privathaushalten. Dazu zählt auch Unvermeidbares wie z. B. Obst- und Nussschalen, Kaffeesatz, Käserinde und Eierschalen. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012.
Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung adressiert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) neben den privaten Haushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung. Ein Pakt gegen Lebensmittelverschwendung mit dem Handel und eine Zielvereinbarung für die Außer-Haus-Verpflegung wurden bereits geschlossen. Die sektorenübergreifende Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten (KLAV), die bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) eingerichtet wurde, bietet praxisnahe Informations- und Schulungsangebote besonders für Unternehmen am Anfang der Lebensmittelversorgungskette an und treibt den Dialog an den Schnittstellen zwischen den Sektoren voran.
