Butter, Margarine und Öl sind aus keiner Küche wegzudenken. Als Geschmacksträger bereichern sie viele Gerichte.

Wer sie richtig lagert und bewusst verwendet, vermeidet Verschwendung und schont wertvolle Ressourcen.
Für ein 250-Gramm-Päckchen Butter werden rund fünf Liter Milch benötigt. Auch hinter pflanzlichen Ölen steckt ein aufwendiger Produktionsprozess: Anbau, Ernte, Verarbeitung und Transport erfordern Ressourcen und Energie. Ein guter Grund also, Fette bewusster einzusetzen – mit der richtigen Lagerung und einem achtsamen Umgang.
Wertschätzung beginnt beim Einkauf
Beim Einkauf lohnt es sich, auf regionale Produkte zu setzen, zum Beispiel Rapsöl. Nach Weizen, Mais und Gerste ist Raps die meistangebaute Pflanze auf deutschen Feldern. Rapsöl ist zudem reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren und kann – in Maßen genossen – sogar gesundheitsförderlich sein. Grundsätzlich gilt: „Butter und Öl sind wertvolle Lebensmittel, hinter denen viel Aufwand steckt. Wer beim Einkauf bewusst auf regionale Produkte setzt und nur kauft, was wirklich gebraucht wird, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch dem eigenen Geldbeutel“, sagt Janina Unger von der Koordinierungsstelle Zu gut für die Tonne!.
Tipp: Pflanzliche Öle sind in der Regel gesünder als tierische Fette, insbesondere wenn sie reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Kaltgepresste Öle eignen sich ideal für Salate und kalte Gerichte, während raffinierte Öle besser zum Braten und Erhitzen geeignet sind. Bei Ölen lohnt es sich, sich auf ein bis zwei Sorten zu beschränken. So bleibt der Vorrat überschaubar und nichts landet unnötig im Müll.
Kühlschrank oder nicht? So lagern Fette optimal
Butter und Margarine gehören in den Kühlschrank, am besten ins obere Fach der Kühlschranktür. Da sie leicht Gerüche aufnehmen, sollten sie in einem verschließbaren Gefäß aufbewahrt werden, zum Beispiel in einer Butterdose. So bleiben sie länger frisch. Öle hingegen bevorzugen einen kühlen, dunklen und trockenen Platz und sollten gut verschlossen bei unter 20 Grad Celsius gelagert werden. Kaltgepresste Öle sind besonders empfindlich und gehören in den Kühlschrank. Tipp: Vor der Verwendung das Öl rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, da es sonst zu dickflüssig sein kann und sich schlecht ausgießen lässt.
Wie lange halten Butter und Öl?
Butter und Margarine halten sich im Kühlschrank mehrere Wochen. Im Gefrierfach bleiben sie bis zu neun Monate haltbar. Tipp: Am besten portionsweise einfrieren. Bei Ölen gilt: Ungeöffnet sind sie meist sechs bis zwölf Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollten raffinierte Öle innerhalb von sechs bis acht Monaten verbraucht werden, kaltgepresste Öle innerhalb von zwei Monaten. Je mehr Licht, Wärme und Luft an das Fett gelangen, desto schneller wird es ranzig. Wer Fette gut verschlossen aufbewahrt, verlängert die Haltbarkeit deutlich.
Ob Fette noch gut sind, lässt sich meist durch einen kurzen Sinnestest erkennen. Bei Butter und Margarine deuten ein unangenehmer, saurer oder ranziger Geruch, eine dunkle Verfärbung oder Schimmelbildung auf Verderb hin. Bei Ölen sind ein ranziger Geruch, eine Geschmacksveränderung oder eine auffällige Farbveränderung Warnsignale. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gilt: Sieht alles normal aus, riecht und schmeckt unauffällig, ist das Fett in der Regel noch verwendbar.
Hintergrund
Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, 58 Prozent davon in Privathaushalten. Dazu zählt auch Unvermeidbares wie z. B. Obst- und Nussschalen, Kaffeesatz, Käserinde und Eierschalen. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012.
Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung adressiert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) neben den privaten Haushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung. Ein Pakt gegen Lebensmittelverschwendung mit dem Handel und eine Zielvereinbarung für die Außer-Haus-Verpflegung wurden bereits geschlossen. Die sektorenübergreifende Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten (KLAV), die bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) eingerichtet wurde, bietet praxisnahe Informations- und Schulungsangebote besonders für Unternehmen am Anfang der Lebensmittelversorgungskette an und treibt den Dialog an den Schnittstellen zwischen den Sektoren voran.
