Das Leibniz-Forschungsnetzwerk „Grüne Ernährung – Gesunde Gesellschaft“ schlägt mit SARAS einen systemischen Rahmen für nachhaltige und widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme vor.

SARAS steht für Sustainable and Resilient Agrifood Systems. Das Konzept wurde von einem interdisziplinären Forschungsteam entwickelt und 2025 als Positionspapier in der Fachzeitschrift Sustainable Development veröffentlicht. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) koordinierte das beteiligte Leibniz-Forschungsnetzwerk.
Warum Nachhaltigkeit allein nicht genügt
Agrar- und Ernährungssysteme müssen Lebensmittel bereitstellen, ohne ökologische Belastungsgrenzen zu überschreiten. Gleichzeitig sollen sie Gesundheit, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Tragfähigkeit fördern. Krisen wie Pandemien, Kriege, Handelsbeschränkungen und Extremwetter zeigen jedoch, dass auch die Widerstandsfähigkeit der Systeme entscheidend ist.
Resilienz bezeichnet hier die Fähigkeit, Störungen aufzunehmen, sich anzupassen und zentrale Funktionen aufrechtzuerhalten. Nach Auffassung des Forschungsteams müssen Nachhaltigkeit und Resilienz gemeinsam betrachtet werden: Eine kurzfristig robuste Lösung darf nicht langfristig Umwelt, Gesundheit oder andere Regionen belasten.
Fünf miteinander verbundene Dimensionen
SARAS verbindet ökologische, wirtschaftliche, politische und soziale Aspekte mit der Abstimmung zwischen globalen und lokalen Anforderungen. Dazu gehören unter anderem vielfältigere Produktionssysteme, gesunde und überwiegend pflanzenbetonte Ernährung, faire Ernährungsumgebungen, innovative Technologien sowie politische Regeln, die an den jeweiligen Kontext angepasst sind.
Das Positionspapier versteht SARAS nicht als konkrete Ernährungsempfehlung und auch nicht als bereits empirisch geprüftes Gesamtmodell. Es ist ein Orientierungsrahmen, der Forschung, Politik und Praxis helfen soll, Zielkonflikte sichtbar zu machen und Maßnahmen systematisch zu bewerten.
Planetare Grenzen des Erdsystems: Der Planetary Health Check zeigt, welche ökologischen Belastungen bei der Transformation von Ernährungssystemen berücksichtigt werden müssen.
Fachartikel: Hunecke, C. et al. (2025): Sustainable and Resilient Agrifood Systems (SARAS). A Leibniz Position
Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026
