BÖLW: Tierhaltungskennzeichnung zügig einführen

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BÖLW kritisiert Verschiebung um sieben Monate

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisierte die für den 26. Juni 2025 im Bundestag geplante Abstimmung über eine Verschiebung der verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung auf den 1. März 2026.

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des BÖLW, erklärte: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollen wissen können, wie ein Tier gehalten wurde. Die verpflichtende Kennzeichnung ist dafür das richtige Instrument. Sie muss so schnell wie möglich kommen. Bäuerinnen und Bauern, Lebensmittelverarbeiter und der Handel haben sich bereits darauf eingestellt und brauchen verlässliche Vorgaben, um in den Umbau der Tierhaltung investieren zu können.“

Bürokratie für Bio-Betriebe vermeiden

Röhrig forderte, bei der Überarbeitung des Gesetzes unnötige Bürokratielasten für Bio-Betriebe auszuschließen. Für die Verwendung der Stufe 5 dürfe keine zweite Betriebsdateneingabe verlangt werden, da die Biozertifikate der Höfe bereits online verfügbar seien.

Ausweitung der Kennzeichnung gefordert

Der BÖLW begrüßte die geplante Ausweitung auf die gesamte Lebensphase der Tiere, weitere Tierarten wie Rinder und Geflügel sowie die Außer-Haus-Verpflegung. Die Empfehlungen der Borchert-Kommission sollten nach Auffassung des Verbands auch bei der Förderung des Umbaus der Tierhaltung Richtschnur bleiben.

Hintergrund zur Bio-Tierhaltung

Das Gesetz galt zunächst für frisches Schweinefleisch und für die Lebensphase der Mast. Fleisch, Milch und Eier aus Bio-Haltung sind bereits an der Bio-Kennzeichnung zu erkennen. Nach Angaben des BÖLW werden Bio-Schweine von Beginn an nach Bio-Vorgaben gehalten. Ferkel werden länger von den Sauen gesäugt, die Tiere haben mehr Platz und Auslauf und erhalten Bio-Futter. Antibiotikagaben sind streng begrenzt; zudem ist die Zahl der Tiere an die verfügbare Fläche gebunden.

Die Bundesregierung hatte die Verschiebung der Übergangsfrist Ende Mai 2025 angekündigt. Am 23. Juli 2025 trat das Änderungsgesetz in Kraft.

Aktualisiert am 17. August 2026
Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) / food-monitor / KI