Alkoholkonsum in Deutschland neu bewertet

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Rund ein Drittel trinkt mit erhöhtem Risiko

Eine Auswertung des Robert Koch-Instituts zeigt: 32,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland trinken mindestens drei alkoholische Getränke pro Woche. Nach den seit 2024 geltenden Risikostufen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist das mit einem moderaten oder hohen Risiko für gesundheitliche Folgeschäden verbunden.

Für die repräsentative Studie wurden Angaben von knapp 23.000 Erwachsenen aus der Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ ausgewertet. 21,1 Prozent gaben an, keinen Alkohol zu trinken. 46,3 Prozent lagen im risikoarmen Bereich, 14,2 Prozent im moderaten und 18,3 Prozent im hohen Risikobereich. Die Ergebnisse sind im RKI-Fachbeitrag zur Neubewertung des Alkoholkonsums dokumentiert.

Die DGE empfiehlt: am besten keinen Alkohol

Alkohol ist eine psychoaktive Substanz und kann zahlreiche Krankheiten, Verletzungen und soziale Schäden verursachen. Eine Menge, bei der gesundheitliche Risiken sicher ausgeschlossen sind, gibt es nicht. Die DGE empfiehlt deshalb, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Wer dennoch trinkt, sollte möglichst wenig konsumieren und hohe Mengen sowie Rauschtrinken vermeiden.

Die DGE-Risikostufen dienen gesunden Erwachsenen als Orientierung:

  • ein bis zwei Standardgetränke pro Woche: geringes Risiko, aber nicht risikofrei;
  • drei bis sechs Standardgetränke pro Woche: moderates Risiko;
  • sieben oder mehr Standardgetränke pro Woche: hohes Risiko.

Ein Standardgetränk enthält ungefähr 12 Gramm reinen Alkohol. Je nach Alkoholgehalt entspricht das beispielsweise einem kleinen Glas Bier oder Wein. Glas- und Flaschengrößen im Alltag können deutlich mehr enthalten.

Die Hintergründe zu den Risikostufen und zu früheren Referenzwerten erklärt DGE-Empfehlungen zu Alkohol: Kein Konsum ist risikofrei.

Für manche Menschen gilt konsequent null Promille

Kinder und Jugendliche sowie Schwangere und Stillende sollen keinen Alkohol trinken. Auch bei bestimmten Erkrankungen, bei der Einnahme von Medikamenten, im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz mit Sicherheitsrisiken und bei einer Alkoholabhängigkeit ist Verzicht erforderlich. Warum bereits kleine Mengen in der Schwangerschaft schaden können, erklärt „Kein Alkohol in der Schwangerschaft“.

Die neuen Grenzbereiche sind keine Trinkempfehlung. Sie machen sichtbar, dass ein in Deutschland verbreitetes Konsummuster bereits mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden ist. Wirksame Prävention umfasst neben Information auch Maßnahmen wie bessere Hilfsangebote, weniger Alkoholwerbung und eine Preisgestaltung, die riskanten Konsum nicht begünstigt.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI