Warum gemeinsames Kochen zur Ernährungsbildung gehört
Der Tag der gesunden Ernährung findet jedes Jahr am 7. März statt. Die Initiative „Ich kann kochen!“ nahm ihn 2026 zum Anlass, Kitas, Grundschulen und Familien einen Monat lang zu gemeinsamen Kochaktionen einzuladen. Die damalige Kampagne ist beendet, die kostenlosen Anregungen für Sinnesübungen, Brotzeiten und einfache Kindergerichte bleiben jedoch im Alltag nutzbar.
Kinder lernen beim Kochen nicht nur Rezepte. Sie riechen, fühlen und probieren Lebensmittel, üben Küchenfertigkeiten und erleben, wie aus einzelnen Zutaten eine Mahlzeit entsteht. Das kann Neugier fördern und den Druck verringern, ein unbekanntes Lebensmittel sofort essen zu müssen.
Viele Eltern wünschen sich mehr Sicherheit
Für eine Studie von BARMER und Sarah Wiener Stiftung wurden im Juli 2025 rund 1.200 Eltern von drei- bis elfjährigen Kindern befragt. Nur jede zehnte befragte Person fühlte sich in Ernährungsfragen sehr sicher. 72 Prozent wollten Wissen über Ernährung und Kochen aktiv weitergeben; 91 Prozent sahen dabei sich selbst in der Verantwortung und 53 Prozent zusätzlich Bildungseinrichtungen.
Die Ergebnisse beschreiben Einschätzungen der befragten Eltern. Sie belegen nicht, dass eine einzelne Kochaktion das spätere Essverhalten automatisch verändert. Regelmäßige, altersgerechte Beteiligung und ein wertschätzender Umgang mit Essen sind wichtiger als Perfektion.
So können Kinder altersgerecht mitmachen
- Lebensmittel waschen, sortieren, riechen und probieren;
- weiche Zutaten mit einem kindgerechten Messer schneiden;
- Teig rühren, Zutaten abwiegen oder den Tisch decken;
- zwischen zwei Gemüse- oder Obstsorten auswählen;
- gemeinsam besprechen, was beim nächsten Mal anders werden darf.
Hände, Arbeitsflächen und Geräte müssen sauber sein. Tätigkeiten mit Hitze, scharfen Messern, rohem Fleisch, Fisch oder Eiern brauchen unmittelbare Aufsicht. Kinder sollen außerdem nicht zum Probieren gezwungen werden.
Kostenlose Angebote für Familien und Einrichtungen
Die Initiative „Ich kann kochen!“ von Sarah Wiener Stiftung und BARMER bietet Fortbildungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte sowie digitale Materialien für Familien. Das Netzwerk und seine Reichweite stellt auch „Wenn Kleinkinder wählerisch beim Essen sind“ vor.
Der Aktionstag kann ein guter Einstieg sein. Dauerhafte Ernährungskompetenz entsteht aber vor allem dann, wenn Kinder im Alltag regelmäßig mitentscheiden, Lebensmittel kennenlernen und bei einfachen Arbeitsschritten Verantwortung übernehmen dürfen.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Sarah Wiener Stiftung / food-monitor / KI
