Honig ist vor allem ein zuckerreiches Lebensmittel

Honig besteht überwiegend aus verschiedenen Zuckerarten und Wasser. Er enthält zwar Enzyme, organische Säuren, Aromastoffe und geringe Mengen weiterer Inhaltsstoffe. In üblichen Verzehrmengen macht ihn das jedoch nicht zu einem bedeutsamen Vitamin- oder Mineralstofflieferanten.
Viele Honigsorten hemmen unter Laborbedingungen das Wachstum bestimmter Mikroorganismen. Daraus folgt aber nicht, dass gewöhnlicher Speisehonig das Immunsystem „aktiviert“, die Antikörperbildung steigert oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt. Für solche weitreichenden Gesundheitsversprechen fehlen belastbare klinische Nachweise.
Bei akutem Kinderhusten kann Honig etwas lindern
Ein Cochrane-Review wertete sechs kleine randomisierte Studien mit 899 Kindern aus. Honig linderte akute Hustensymptome wahrscheinlich besser als keine Behandlung oder ein Placebo. Die meisten Kinder erhielten ihn jedoch nur für eine Nacht; die Aussagekraft für eine längere Anwendung ist begrenzt.
Honig kann bei Kindern ab einem Jahr deshalb als Hausmittel zur kurzfristigen Linderung dienen. Er ersetzt keine ärztliche Abklärung, wenn Husten lange anhält, Atemnot, hohes Fieber oder ein deutlich schlechter Allgemeinzustand hinzukommen.
Für Säuglinge unter einem Jahr ist Honig tabu
Honig kann Sporen von Clostridium botulinum enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Honig als bekannte Quelle für Säuglingsbotulismus. Kinder unter zwölf Monaten dürfen daher keinen Honig bekommen – auch nicht im Brei, Tee oder auf dem Schnuller. Übliches Erwärmen macht diese Sporen nicht zuverlässig unschädlich.
Speisehonig gehört nicht auf Wunden
Herkömmlicher Honig ist nicht steril und kann eine Wunde zusätzlich verunreinigen. In der medizinischen Wundversorgung werden ausschließlich standardisierte, keimfreie Medizinprodukte mit medizinischem Honig eingesetzt. Ob sie geeignet sind, hängt von der Wundart ab und gehört in fachkundige Hände. Besonders chronische oder schlecht heilende Wunden müssen medizinisch behandelt werden.
Ideen für den maßvollen kulinarischen Einsatz:
Honig in der Küche: Natürliche Süße für den letzten Pfiff
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: BARMER / food-monitor / KI
