Die EU hat 2026 einen eigenen Rechtsrahmen für Pflanzen aus bestimmten neuen genomischen Techniken (NGT) beschlossen. Die Regeln gelten ab Juli 2028.
Die Verordnung (EU) 2026/1388 trat am 16. Juli 2026 in Kraft. Sie unterscheidet zwei Kategorien: Für NGT-1-Pflanzen, die nach den gesetzlichen Kriterien auch natürlich oder durch konventionelle Züchtung entstehen könnten, ist ein Prüfverfahren vorgesehen; sie werden anschließend weitgehend wie konventionell gezüchtete Pflanzen behandelt. NGT-2-Pflanzen bleiben stärker an die bestehenden Regeln für gentechnisch veränderte Organismen angelehnt, einschließlich Zulassung, Risikobewertung und Kennzeichnung.
Für den ökologischen Landbau bleibt die Nutzung von NGT-Pflanzen ausgeschlossen. Saatgut von NGT-1-Pflanzen muss gekennzeichnet werden; außerdem sind öffentliche Register vorgesehen. Die Verordnung erlaubt Patente grundsätzlich weiterhin, ergänzt den Rahmen aber um Transparenz- und Schutzmechanismen. Ob diese den Zugang für kleinere Züchtungsunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe ausreichend sichern, bleibt politisch umstritten.
Debatte in Freising
Bereits im April 2026 hatte das „Forum zur Förderung der ökologischen Pflanzenzüchtung in Bayern“ an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft die damals bevorstehende Neuregelung diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Züchtung, Verarbeitung, Verbänden und Verwaltung bewerteten Chancen und Risiken unterschiedlich.
Öko-Züchtung und Verbände warnten vor Abhängigkeiten durch Patente und forderten belastbare Regeln für Koexistenz, Haftung und den Schutz gentechnikfreier Wertschöpfungsketten. Pflanzenzüchter verwiesen dagegen auf Chancen präziser Züchtungsverfahren. Die damaligen Beiträge sind Positionen der beteiligten Gruppen; sie ersetzen keine unabhängige Risikobewertung.
Wie weit sich der Rechtsstand seit einem frühen Ratsentwurf verändert hat, zeigt NGT-Regulierung 2025: VLOG kritisierte polnischen Vorschlag.
Die endgültige Entscheidung und die zentralen gesetzlichen Unterschiede erläutert der Beitrag EU-Parlament: Neue genomische Techniken für Innovationen in nachhaltiger Landwirtschaft.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quellen: Europäische Kommission, food.ec.europa.eu; Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), lfl.bayern.de / food-monitor / KI
