Südkorea weitet Gentechnik-Kennzeichnungspflicht aus

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Südkorea will bislang ausgenommene, stark verarbeitete Lebensmittel schrittweise in die Gentechnik-Kennzeichnung einbeziehen.

Die neuen Vorgaben nähern sich damit in einem wichtigen Punkt den Kennzeichnungsregeln der Europäischen Union an.

Nach Angaben des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat das südkoreanische Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit im Juli 2026 neue Standards für gentechnisch veränderte Lebensmittel veröffentlicht. Ab Ende 2026 sollen demnach auch Saucen und Pasten mit gentechnisch veränderten Zutaten gekennzeichnet werden. Ende 2027 sollen Zucker sowie Speiseöle und -fette folgen.

Bislang waren diese stark verarbeiteten Produkte von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen, wenn sich die gentechnisch veränderten Bestandteile im Endprodukt nicht mehr nachweisen ließen. Die südkoreanische „Nationale Aktion gegen GVO“ fordert darüber hinaus, den Grenzwert für unbeabsichtigte Spuren von derzeit drei Prozent auf 0,9 Prozent oder weniger zu senken.

Der englischsprachige Beitrag „South Korea Expands Mandatory GMO Labeling to Highly Processed Foods“ bei ECHEMI erläutert zusätzlich die schrittweise Einführung und mögliche Folgen für Hersteller, Importeure und Lieferketten.

Die vollständige Meldung ist beim VLOG abrufbar.

Einordnung: bestehende EU-Kennzeichnung und neuer NGT-Rahmen

Der Vergleich betrifft die bestehende EU-Kennzeichnung von Lebensmitteln, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden: Sie erfasst grundsätzlich auch stark raffinierte Erzeugnisse ohne nachweisbare veränderte DNA oder Proteine, wie das BfR erläutert. Davon zu unterscheiden ist der neue EU-Sonderrahmen für bestimmte neue genomische Techniken. Er ist bereits in Kraft, wird laut Europäischer Kommission aber erst ab dem 17. Juli 2028 angewendet; bis dahin gelten auch für diese Pflanzen und ihre Lebens- und Futtermittel die bisherigen GVO-Regeln. Die Unterschiede zwischen NGT-1 und NGT-2 erläutert unser Hintergrund Neue Gentechnik: EU-Regeln 2026 beschlossen. Die koreanischen Übergangstermine dürfen damit nicht gleichgesetzt werden.

Quelle: ohnegentechnik.org