Diabetes mellitus Typ 2 zählt zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen und kann Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt nach sich ziehen. Zu den Ursachen zählen ein ungesunder Lebensstil mit kalorienreicher Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen oder Alkohol. Auch eine geringe Magnesiumzufuhr kann mit einem höheren Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 einhergehen, wie Studien zeigen. Unklar war bisher, ob es eine bestimmte Magnesiumdosis gibt, ab der das Diabetes-Risiko sinkt.
Chinesische Forscher haben nun herausgefunden, dass bei Frauen im gebärfähigen Alter das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 ab einer Aufnahme von 400 mg Magnesium pro Tag deutlich sinkt. Neben magnesiumreichen Lebensmitteln eignen sich magnesiumreiche Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter als kalorienfreie, natürliche Magnesiumquelle mit hoher Bioverfügbarkeit.
Zu wenig Magnesium kann Diabetes-Risiko erhöhen
In Deutschland sind etwa 8,9 Millionen Menschen von Diabetes mellitus betroffen, wobei die Dunkelziffer mindestens zwei Millionen beträgt. Etwa 95 Prozent der Betroffenen haben einen Typ-2-Diabetes. Die schwersten Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus sind Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch Augenerkrankungen bis zur Erblindung oder Nierenerkrankungen, die eine Dialyse-Behandlung erfordern, sind mögliche Folgen. Als wichtigste Faktoren, die einen Diabetes Typ 2 begünstigen, gelten die genetische Veranlagung, das Alter, Übergewicht oder Bluthochdruck. Verschiedene Studien zeigen, dass auch ein Zusammenhang zwischen geringer Magnesiumzufuhr sowie niedrigen Magnesiumspiegeln und einem höheren Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 besteht.
Unklar war bisher, ob es eine bestimmte Dosisschwelle gibt, ab der das Risiko deutlich reduziert ist. Zur Klärung dieser Frage führten chinesische Forscher eine Querschnittsstudie durch, in der Zusammenhänge zwischen der Magnesiumzufuhr über die Nahrung sowie dem Magnesiumspiegel im Blut und Diabetes mellitus Typ 2 bei Frauen im gebärfähigen Alter untersucht wurden. Da Diabetikerinnen schon vor und während der Schwangerschaft auf ihre Blutzuckerwerte achten müssen, war dieses Kollektiv für die Forschergruppe von besonderem Interesse.
Wieviel Magnesium senkt das Diabetes-Risiko?
Zur Klärung der Frage wurden die Daten von 2.912 Frauen im gebärfähigen Alter (18-45 Jahre) ausgewertet. Dafür ermittelten die Forscher die Zufuhr von Energie, Makronährstoffen, Magnesium und Calcium über die Nahrung in den vergangenen 12 Monaten. Zusätzlich erfolgte eine Blutentnahme zur Bestimmung von u.a. Nüchternblutzucker, Blutzucker nach Zuckergabe, HbA1c, Magnesium und Calcium. Der HbA1c-Wert gibt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zwölf Wochen an und ist damit ein guter Langzeitparameter für das Diabetes-Risiko.
Mindestens 400 mg Magnesium für gute Blutzuckerwerte
Nach Auswertung der Daten ergab sich ein klarer Zusammenhang zwischen einer höheren Magnesiumaufnahme und besseren Blutzuckerwerten, die zugleich ein geringeres Diabetes-Risiko bedeuten. Konkret ging eine Aufnahme von weniger als 321 mg pro Tag mit einem höheren Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 einher im Vergleich zur Aufnahme von mindestens 440 mg pro Tag. Eine Magnesiumzufuhr ab 408 mg pro Tag erwies sich als Schwellenwert, um das Risiko für

Diabetes mellitus Typ 2 zu verringern.
Es empfiehlt sich somit, auf eine tägliche Aufnahme von mindestens 400 mg Magnesium pro Tag zu achten. Der Tagesbedarf an Magnesium beträgt nach Angaben der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Frauen 300 mg. Der in der Studie ermittelte Schwellenwert liegt somit darüber. Auch die Auswertung der Blutmagnesiumspiegel bestätigte die Ergebnisse. So führte ein um 0,041 mmol/l höherer Magnesiumspiegel zu einer Senkung des Risikos für Diabetes mellitus Typ 2 um 18 Prozent.
Heilwässer als gut verfügbare Magnesium-Quelle
Zusammenfassend lässt sich aus den Ergebnissen der Studie ableiten, dass eine Magnesiumaufnahme von mindestens 400 mg pro Tag über die Nahrung sowie höhere Magnesiumspiegel im Blut das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 bei Frauen im gebärfähigen Alter senken können. Um diese Menge zu erreichen, empfehlen sich Vollkornprodukte, Keime, Kleie und Nüsse. Ideale Quellen zur kalorienfreien Versorgung mit Magnesium sind zudem Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter. Diese Heilwässer enthalten häufig auch viel Calcium, was die im Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft besonders wichtige Knochengesundheit der Frauen zusätzlich fördern kann.
Zhang H, Yang J, Cao Y, Shan X, Yang L. Study on the Dose-Response Relationship between Magnesium and Type 2 Diabetes of Childbearing Women in the China Adult Chronic Disease and Nutrition Surveillance 2015. Nutrients. 2024 Mar 31;16(7):1018. doi: 10.3390/nu16071018.
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