Jodversorgung: Jodsalz nutzen, ohne mehr Salz zu essen
Jod ist für Schilddrüsenhormone und damit unter anderem für Wachstum, Gehirnentwicklung und Energiestoffwechsel unverzichtbar. Die Versorgung in Deutschland ist wieder rückläufig. Nach dem staatlichen Jodmonitoring haben rund 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Zufuhr.

Die DGE hat den Referenzwert 2025 neu bewertet. Für Erwachsene liegt er nun bei 150 Mikrogramm Jod pro Tag. Der niedrigere Wert gegenüber früher bedeutet nicht, dass Jod weniger wichtig geworden ist: Die Berechnung orientiert sich jetzt am durchschnittlichen Bedarf und enthält keinen zusätzlichen Sicherheitszuschlag für die unzureichende Versorgungslage.
Die wichtigsten Jodquellen
- Jodsalz: Im Haushalt gilt „Wenn Salz, dann Jodsalz“. Die Salzmenge sollte deshalb nicht steigen. Jodsalz trocken und gut verschlossen lagern.
- Seefisch: Kabeljau, Seelachs und Schellfisch liefern vergleichsweise viel Jod. Eine nachhaltige Auswahl und die allgemeinen Verzehrempfehlungen bleiben wichtig.
- Milch, Milchprodukte und Eier: Ihr Jodgehalt hängt unter anderem von der Fütterung der Tiere ab und kann schwanken.
- Hergestellte Lebensmittel: Bei Brot, Backwaren, Wurst oder pflanzlichen Alternativen zeigt die Zutatenliste, ob Jodsalz oder eine Jodanreicherung verwendet wurde. In Deutschland nutzt die Lebensmittelwirtschaft Jodsalz noch relativ selten.
Jodsalz kann beim Kochen, Backen und Fermentieren verwendet werden. Ein Teil des Jods kann je nach Zubereitung und Lagerung verloren gehen; das macht die Verwendung aber nicht wirkungslos.
Vegane Ernährung: Quellen gezielt planen
Bei veganer Ernährung entfallen Fisch sowie Milchprodukte und Eier. Jodiertes Speisesalz und mit Jod angereicherte Pflanzendrinks können beitragen. Algen sind nur dann berechenbar, wenn der Jodgehalt klar angegeben und moderat ist. Produkte ohne verlässliche Mengenangabe können extrem hohe Gehalte aufweisen und sind für eine regelmäßige Versorgung ungeeignet.
Ein Jodpräparat kann sinnvoll sein, ist aber nicht für jede vegan lebende Person automatisch in gleicher Dosierung nötig. Ernährung, Schilddrüsengesundheit und weitere Präparate sollten berücksichtigt werden. Hoch dosierte Produkte und Lugolsche Lösung eignen sich nicht zur eigenständigen Vorbeugung.
Schwangerschaft, Stillzeit und Schilddrüsenerkrankungen
In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf erhöht. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit Jodsalz werden in Deutschland üblicherweise 100 bis 150 Mikrogramm Jod pro Tag als Supplement empfohlen. Bei einer Schilddrüsenerkrankung soll die Einnahme vorher ärztlich abgestimmt werden.
Auch zu viel Jod kann die Schilddrüse belasten. Das Risiko entsteht vor allem durch sehr jodreiche Algen oder hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel, nicht durch den normalen Gebrauch von Jodsalz.
Die aktuellen Fragen und Antworten der DGE zu Jod erläutern Referenzwerte, Lebensmittelquellen und Risikogruppen.
Vegane Ernährung in der Schwangerschaft: sicher planen: Neben Jod müssen insbesondere Vitamin B12, DHA und weitere kritische Nährstoffe zuverlässig abgedeckt werden.
Wie stark der Jodgehalt von Eiern schwanken kann, erklärt „Wie viel Jod liefern Ostereier?“.
Wer tierische Jodquellen reduziert oder ganz meidet, findet praktische Hinweise in „Jodversorgung bei veganer und vegetarischer Ernährung“.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Dr. Birgit Jähnig, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI
