Plant Points: Punktesammeln mit pflanzlichen Lebensmitteln

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Plant Points sind ein informelles Punktesystem: Jede unterschiedliche pflanzliche Lebensmittelart zählt einmal pro Woche. Das Ziel von 30 Pflanzen kann Vielfalt fördern, ist aber kein wissenschaftlich festgelegter Mindestwert für Darmgesundheit.

Plant Points
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Woher die Zahl 30 stammt

Bekannt wurde das Konzept durch Auswertungen des American Gut Project. In dieser selbst ausgewählten Beobachtungsstichprobe hatten Personen, die mehr als 30 verschiedene Pflanzen pro Woche angaben, im Durchschnitt eine vielfältigere Zusammensetzung des Darmmikrobioms als Personen mit weniger als zehn.

Die Untersuchung beweist nicht, dass genau 30 Pflanzen Krankheiten verhindern oder dass 29 zu wenig sind. Ernährungsangaben, Lebensstil und Mikrobiom wurden nicht in einer langfristigen randomisierten Studie verglichen. Zudem ist eine höhere mikrobielle Vielfalt nicht in jeder Situation automatisch gleichbedeutend mit besserer Gesundheit.

Was als Plant Point zählt

Je nach Variante zählen Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze. Jede Art wird pro Woche nur einmal gezählt; kleine Mengen Kräuter oder Gewürze erhalten manchmal Teilpunkte. Dafür gibt es jedoch kein einheitliches offizielles Regelwerk.

Ein Müsli aus Haferflocken, Apfel, Walnüssen und Leinsamen bringt nach dem üblichen Schema vier Punkte. Eine Gemüsepfanne mit Bohnen, Paprika, Zucchini, Tomate und Naturreis liefert sechs verschiedene Pflanzen. Tiefgekühlte, gegarte und ungesüßt konservierte Varianten können ebenso beitragen.

Stärken und Grenzen

Das Zählen kann Menschen motivieren, häufiger Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen auszuprobieren. Diese Gruppen liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Die Punktzahl berücksichtigt jedoch weder Portionsgröße noch Energiegehalt, Salz, Zucker, Fettqualität oder die gesamte Lebensmittelauswahl. Ein Teelöffel Gewürz und eine große Portion Linsen zählen ähnlich, obwohl ihr Ernährungsbeitrag verschieden ist. Wer durch Punktezählen Druck oder zwanghaftes Verhalten entwickelt, sollte das System weglassen.

So bleibt das Konzept alltagstauglich

  • Vielfalt schrittweise erhöhen, damit sich der Darm an mehr Ballaststoffe gewöhnt.
  • Nicht nur neue Arten zählen, sondern regelmäßig ausreichende Portionen der zentralen Lebensmittelgruppen essen.
  • Hülsenfrüchte sicher zubereiten und getrocknete Bohnen vollständig garen.
  • Bei Reizdarm oder anderen Beschwerden individuelle Verträglichkeit beachten.

Wie Medienaussagen zum Mikrobiom einzuordnen sind, erklärt Medienhype um „Darmgesundheit“.

Fazit: 30 Pflanzen pro Woche sind eine spielerische Orientierung, kein medizinischer Zielwert. Mehr Vielfalt ist sinnvoll, wenn die gesamte Ernährung ausgewogen bleibt und das Zählen nicht zum Selbstzweck wird.

Aktualisiert am 14. August 2026

Quelle: Julia Icking und Julia Seeher, Bundeszentrum für Ernährung / food-monitor