Frisch kochen in der Kita

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Ein Münchner Pilotprojekt zeigt, welche Voraussetzungen Kitas brauchen, um einen größeren Teil ihrer Mahlzeiten vor Ort frisch zuzubereiten: geeignete Küchen, ausreichend Personal, Qualifizierung und ein gemeinsamer Qualitätsprozess.

Das Projekt „München kocht frisch, schau Dir unsere Kitas an“ bezog 30 städtische Einrichtungen ein. Bis Ende 2024 sollten sie ihren Frischkostanteil auf 70 bis 100 Prozent erhöhen. Ausgangspunkt war in vielen Häusern eine Tiefkühlkost-Mischküche; Ziel war eine Frisch-Mischküche, die frische und sinnvoll vorverarbeitete Komponenten kombiniert.

„Frisch“ ist nicht automatisch ausgewogen

Der Herstellungsort allein entscheidet nicht über die ernährungsphysiologische Qualität. Auch frisch gekochte Speisen können zu salz-, zucker- oder fettreich sein. Umgekehrt sind geeignete Tiefkühlprodukte ohne ungünstige Zusätze eine praktische und nährstoffschonende Komponente. Grundlage der Münchner Speiseplanung war deshalb der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kitas.

Personal und Ausstattung sind entscheidend

In Quartier-Arbeitsgruppen arbeiteten pädagogisches und hauswirtschaftliches Personal sowie Fachkräfte aus Ernährungs- und Gesundheitsberatung zusammen. Jede Einrichtung startete mit ihren eigenen räumlichen, technischen und personellen Voraussetzungen.

Für die Umstellung wurden Küchen schrittweise angepasst und zusätzliche hauswirtschaftliche Stellen geschaffen. Angelernte Beschäftigte erhielten interne Qualifizierungen. Das Pilotprojekt berichtete, der Systemwechsel sei weitgehend kostenneutral gelungen. Dieses Ergebnis lässt sich nicht pauschal auf andere Träger übertragen: Investitionen, Löhne, Anzahl der Portionen, Einkaufsbedingungen und bisheriges Verpflegungssystem unterscheiden sich erheblich.

Verpflegung und Pädagogik verbinden

Wenn Kinder Zutaten, Zubereitung und Küchenteam kennenlernen, kann das Lebensmittelwissen und die Wertschätzung für Mahlzeiten fördern. Dafür müssen Kinder nicht zum Probieren oder Aufessen gedrängt werden. Sichtbare Abläufe, Gerüche, gemeinsames Vorbereiten und neutrale Gespräche bieten freiwillige Lernerfahrungen.

Wie Kita-Kinder ihr Essverhalten entwickeln: Der Beitrag erklärt Selbstbestimmung, wiederholtes Anbieten und eine professionelle Haltung beim Essen.

Was andere Träger aus dem Projekt ableiten können

  • Ist-Zustand von Küche, Personal, Speiseplan und Abläufen erfassen.
  • Frischkostanteil und Qualitätsziele eindeutig definieren.
  • Hygiene, Kühlkette, Allergenmanagement und Vertretungen mitplanen.
  • Hauswirtschaft, Pädagogik, Eltern, Kinder und Träger früh beteiligen.
  • Kosten, Speisereste, Akzeptanz und DGE-Kriterien regelmäßig prüfen.

Nach dem Pilotprojekt beschloss der Münchner Stadtrat die Ausweitung der Frisch-Mischküche. Für andere Kommunen ist vor allem der Prozess übertragbar: klein starten, Ergebnisse messen und die notwendigen Ressourcen verbindlich sichern.

Der ursprüngliche Projektbericht ist beim Bundeszentrum für Ernährung dokumentiert.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Astrid Donalies, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI