Adipositas in Video-Reportagen: Ursachen, Scham und Stigma

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Zwei Video-Reportagen der Apotheken Umschau beleuchten wirtschaftliche Einflüsse auf das Essverhalten und die Folgen von Gewichtsstigma. Sie verbinden journalistische Recherche mit persönlichen Erfahrungen, ersetzen aber keine systematische wissenschaftliche Übersicht.

Dr. Robert Lustig (l.), Professor of Pediatric Endocrinology at the University of California, San Francisco, im Interview mit Dr. Dennis Ballwieser, Chefredakteur der Apotheken Umschau. Foto: Wort & Bild Verlagsgruppe – Unternehmensmeldungen. Fotograf: W&B/ Andrea Artz

Die Filme erschienen im August 2025 als Ergänzung einer monothematischen Ausgabe zu Adipositas. Das gemeinsame Motto „Was alle sehen. Was niemand sieht“ richtet den Blick weg von einfachen Schuldzuweisungen.

„Industrie & Lobby“

Die erste Reportage untersucht, wie Produktgestaltung, Preise, Verfügbarkeit, Werbung und politische Interessen die Ernährungsumgebung prägen. Zu Wort kommen unter anderem Fachleute aus Ernährungswissenschaft und Endokrinologie sowie der Arzt und Chefredakteur Dennis Ballwieser.

Solche strukturellen Faktoren sind relevant, erklären Adipositas aber nicht allein. Genetik, Medikamente, psychische Gesundheit, Schlaf, soziale Lage, Krankheiten, Ernährung und Bewegung wirken zusammen. Aussagen einzelner Interviewpartner sollten deshalb als Perspektiven innerhalb einer journalistischen Reportage verstanden werden.

„Adipositas & Scham“

Der zweite Film zeigt, wie Beschämung, Ausgrenzung und Cybermobbing Betroffene belasten können. Gewichtsstigma kann psychische Beschwerden verstärken und dazu führen, dass Menschen Untersuchungen oder Behandlung vermeiden. Respektvolle Sprache ist daher nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern Teil guter Gesundheitsversorgung.

Auch hier gilt: Nicht jedes Essverhalten lässt sich als Reaktion auf Scham erklären, und nicht jede Person mit höherem Körpergewicht hat dieselben Erfahrungen oder Gesundheitsrisiken.

So lassen sich die Reportagen nutzen

Die Beiträge eignen sich als Einstieg für Gespräche in Schule, Ausbildung, Praxis oder Familie. Sinnvolle Leitfragen sind: Welche Aussagen beruhen auf Studien? Welche sind persönliche Erfahrungen? Welche Interessen vertreten die Gesprächspartner? Und welche zusätzlichen Perspektiven fehlen?

Die medizinische und gesellschaftliche Einordnung vertieft Adipositas: Warum Betroffene nicht schuld sind.

Die Filme und weitere Beiträge sind auf dem YouTube-Kanal der Apotheken Umschau verfügbar.

Aktualisiert am 14. August 2026

Quelle: Wort & Bild Verlag – Apotheken Umschau / food-monitor