Gesundheitssteuern: Pharma Deutschland fordert höhere Abgaben

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Höhere Abgaben auf Tabakprodukte und zuckergesüßte Getränke sollen den Konsum senken und zugleich zusätzliche Einnahmen schaffen. Pharma Deutschland unterstützt diesen Ansatz. Entscheidend ist jedoch, politische Forderungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und bereits beschlossene Maßnahmen klar zu unterscheiden.

Forderung nach einer „doppelten Dividende“

Pharma Deutschland forderte im Februar 2026 höhere Abgaben auf Tabakprodukte und zuckergesüßte Getränke. Nach Auffassung des Verbandes sollten die Einnahmen für Prävention, Gesundheitsaufklärung und die Versorgung chronisch erkrankter Menschen eingesetzt werden. Der Branchenverband spricht deshalb von einer doppelten Dividende: Gesundheitsschädlicher Konsum könne zurückgehen, während zugleich Mittel für das Gesundheitssystem entstehen.

Die Forderung ist eine gesundheitspolitische Position des Verbandes. Sie darf nicht mit einer bereits umgesetzten allgemeinen „Zuckersteuer“ verwechselt werden. Für Tabakprodukte bestehen in Deutschland bereits Verbrauchsteuern. Bei zuckergesüßten Getränken kündigte die Bundesregierung 2026 eine gesonderte Abgabe ab 2028 an; die konkrete Ausgestaltung soll in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren erfolgen.

Was die Forschung zu Gesundheitssteuern sagt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet Verbrauchsteuern auf Tabak, Alkohol und zuckergesüßte Getränke als wirksame Instrumente der Prävention. Höhere Preise können den Konsum verringern und Hersteller dazu bewegen, Rezepturen zu verändern. Wie stark die Wirkung ausfällt, hängt unter anderem von der Höhe und Konstruktion der Abgabe, der tatsächlichen Preisweitergabe und den erfassten Produkten ab.

Die gesundheitliche Wirkung entsteht nicht allein durch zusätzliche Staatseinnahmen. Wichtig ist vor allem, dass die Abgabe den Preis spürbar verändert und nicht durch Ausnahmen oder Ausweichprodukte abgeschwächt wird. Bei zuckergesüßten Getränken sind gestaffelte Modelle möglich, die sich am Zuckergehalt orientieren und damit Anreize zur Reformulierung setzen.

Deutschland plant eine Getränkeabgabe ab 2028

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte im April 2026, dass eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke ab 2028 insbesondere die Prävention von Diabetes und Folgeerkrankungen stärken solle. Die Einnahmen sollen außerdem zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung beitragen. Bis das erforderliche Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist, bleiben Höhe, Bemessungsgrundlage und mögliche Ausnahmen offen.

Die Debatte gehört zu einer breiteren Präventionsstrategie. Auch der Beitrag „Ernährungsbedingte Krankheiten: Wirtschaftsweisen rücken Prävention in den Fokus“ zeigt, warum Fachgesellschaften neben individuellen Empfehlungen stärker auf gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen setzen.

Den aktuellen politischen Stand der deutschen Getränkeabgabe bündelt „Zuckerabgabe ab 2028: Stand, Wirkung und Streitpunkte“.

Aktualisiert am 15. August 2026

Quelle: pharmadeutschland.de / food-monitor