Die Gesellschaft Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) begrüßt, wenn Säuglinge häufiger und länger gestillt werden.
Stillen hat in vielen Bereichen positive Auswirkungen für Mutter und Kind, u.a. auch für die Allergieprävention.
Da allergische Erkrankungen weiter zunehmen, bleibt die Beratung zur Allergieprävention
unverändert eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft, nicht nur für Kinderärztinnen, Kinderärzte und Hebammen.
Die neue veröffentlichte Leitlinie „Stilldauer – Interventionen zur Stillförderung“ vom Februar 2026 empfiehlt, dass reifgeborene Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden sollten.
Die von der GPA zusammen mit der DGAKI (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie) federführend herausgegebene Leitlinie „Allergieprävention“ empfiehlt zur Stilldauer:
„Für den Zeitraum der ersten 4-6 Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden, in Abhängigkeit von der Bereitschaft des Säuglings sollte mit der Fütterung von Beikost frühestens ab dem Beginn des 5., spätestens ab Beginn des 7. Monats begonnen werden.“
Der geschäftsführende Vorstand der GPA und die Sprecher der wissenschaftlichen Arbeitsgruppen Allergieprävention und Nahrungsmittelallergie der GPA betonen gemeinsam, dass sich an dieser Handlungsempfehlung zur Allergieprävention und damit auch an den Empfehlungen zur Beratung der Familien nichts geändert hat.
Je nach Entwicklungsreife des Säuglings soll die Beikost frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats eingeführt werden; begleitendes Stillen ist nach Möglichkeit sinnvoll. Wichtig sind eine sichere Konsistenz, ausreichende Nährstoffzufuhr und die Reifezeichen des Kindes.
Brei oder Baby-led Weaning: Beide Wege können zur Familie passen, wenn das Kind entwicklungsbereit ist und sicher begleitet wird.
Die stillende Mutter muss zur Allergieprävention keine Lebensmittel pauschal meiden.
Stillen und eine zeitgerechte Einführung der Beikost können zur Allergieprävention beitragen. Sie bieten jedoch keine Garantie dafür, dass ein Kind keine Allergie entwickelt. Bei schwerer Neurodermitis oder bereits bekannten Reaktionen sollten neue potenziell allergene Lebensmittel kinderärztlich abgestimmt werden.
Fachliche Grundlage: S3-Leitlinie Allergieprävention
Quelle: Albrecht Habicht, Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026
