PIK-Studie: Globale Erwärmung hat sich seit 2015 beschleunigt

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Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) weist für die Zeit seit etwa 2015 eine statistisch signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung nach.

Das Forschungsteam berücksichtigte bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur. Je nach Datensatz lag die ermittelte Erwärmungsrate in den vergangenen zehn Jahren bei rund 0,35 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Für den Zeitraum von 1970 bis 2015 waren es im Durchschnitt knapp 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Damit war das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.

„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen“, sagt Grant Foster, US-Statistikexperte und Co-Autor der am 6. März 2026 in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichten Studie. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“

Kurzfristige natürliche Schwankungen der globalen Temperatur, verursacht durch El Niño, Vulkanausbrüche und solare Zyklen, können Veränderungen der langfristigen Erwärmungsrate überlagern. Die Analyse stützt sich auf fünf etablierte globale Temperaturdatensätze: NASA, NOAA, HadCRUT, Berkeley Earth und ERA5.

„Die bereinigten Daten zeigen eine Beschleunigung der Erderwärmung seit 2015 mit einer statistischen Sicherheit von über 98 Prozent, konsistent in allen untersuchten Datensätzen und unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode“, erklärt Stefan Rahmstorf, PIK-Forscher und Autor der Studie.

Studie untersucht die Beschleunigung, nicht deren Ursachen

Nach der Korrektur für El Niño und das Sonnenmaximum fallen die Temperaturwerte der extrem warmen Jahre 2023 und 2024 niedriger aus. Sie bleiben dennoch die beiden wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen. In allen untersuchten Datensätzen setzt die Beschleunigung bereits 2013 oder 2014 ein.

Um zu prüfen, ob sich die Erwärmungsrate seit den 1970er-Jahren verändert hat, nutzte das Forschungsteam zwei statistische Ansätze: eine quadratische Trendanalyse und ein stückweise lineares Modell, das den Zeitpunkt einer Veränderung der Erwärmungsrate statistisch ermittelt.

Die Untersuchung belegt eine Beschleunigung, analysiert aber nicht deren konkrete Ursachen. Klimamodelle zeigen laut Autorenteam, dass eine zunehmende Erwärmungsrate grundsätzlich im Rahmen aktueller Modellierungen liegt.

„Setzt sich die Erwärmungsrate der vergangenen zehn Jahre fort, würde das zu einem langfristigen Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens vor dem Jahr 2030 führen“, sagt Stefan Rahmstorf. „Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren.“

Fachartikel: Foster, G.; Rahmstorf, S. (2026): Global Warming Has Accelerated Significantly. Geophysical Research Letters. DOI: 10.1029/2025GL118804

Die Erderwärmung ist eine von mehreren Belastungen des Erdsystems. Der Beitrag Planetary Health Check 2024: Sechs planetare Grenzen überschritten ordnet sie in das Konzept der planetaren Grenzen ein.

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) / food-monitor
Aktualisiert am 14. August 2026