Erntebericht 2026: Nicht den Diesel subventionieren, sondern Klimaanpassung 

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Johannes: Dieseldebatte löst kein Dürreproblem. Wir brauchen resiliente Böden, mehr Vielfalt und besseren Wasserrückhalt.

Der Deutsche Bauernverband erwartet für 2026 eine deutlich unterdurchschnittliche Getreideernte. Trockenheit im Frühjahr und die Hitzewelle im Juni haben vielerorts zu erheblichen Ertragseinbußen geführt. Der NABU warnt davor, die Folgen des Klimawandels weiterhin vor allem mit Hilfszahlungen und Forderungen nach günstigem Agrardiesel abfedern zu wollen.

„Ernteausfälle durch Dürre werden leider zur neuen Realität. Zeit für echte Lösungen: Statt immer neuer Forderungen nach billigem Agrardiesel und dem nächsten Hilfstopf braucht es wirksame Klimaanpassung. Denn: Betriebe und Gesellschaft profitieren nur von Vorsorge. Beihilfen für Diesel und Dünger sichern hingegen keine Ernten vor Hitze und Dürre“, sagt Pierre Johannes, Teamleiter Landnutzung im NABU-Bundesverband.

Die diesjährige Erntebilanz zeige erneut, wie stark die Landwirtschaft bereits heute von den Folgen der Klimakrise betroffen ist. Die Antwort darauf könne nicht darin bestehen, die bisherigen Instrumente immer wieder mit zusätzlichen Steuergeldern zu stabilisieren. „Das ist eine neue Realität – und sie braucht neue Antworten“, so Johannes.

Der NABU fordert deshalb, Klimaanpassung stärker ins Zentrum der Agrarpolitik zu rücken. Die Agrarförderung müsse gezielt Anreize für widerstandsfähige Betriebe schaffen – etwa für mehr Vielfalt auf den Äckern, humusreiche Böden und einen besseren Wasserrückhalt. „Das wird mit einer weiterhin auf die pauschalen Flächenprämien zentrierten Gemeinsamen Agrarpolitik nicht funktionieren“, sagt Johannes.

Auch bei der aktuell diskutierten Mehrgefahrenversicherung zur Absicherung von Ernteausfällen gilt: Sie kann Schäden absichern, aber nicht deren Ursachen bekämpfen. Mit zunehmenden Wetterextremen dürften auch die Versicherungskosten steigen. Eine flächendeckende staatliche Förderung würde zudem jährlich mehrere hundert Millionen Euro kosten – mit steigender Tendenz.  „Der Klimawandel wird sich nicht zurückziehen. Deshalb sollten wir jetzt in widerstandsfähige Betriebe und Landschaften investieren, statt später immer höhere Summen für Klimaschäden zu zahlen“, so Johannes. Der NABU fordert daher, die Agrarförderung konsequent auf Klimaanpassung und Resilienz auszurichten. Eine Mehrgefahrenversicherung dürfe nicht im Zentrum stehen, sondern nur dazu dienen, Restrisiken abzusichern.

Quelle: nabu.de