Großbritannien muss Wirtschaft, Haushalte und Kommunen stärker in die Krisenvorsorge für die Lebensmittelversorgung einbinden.
Der britische Rechnungshof sieht wachsende Risiken durch Extremwetter, Cyberangriffe sowie Tier-, Pflanzen- und Humanseuchen.
Das National Audit Office (NAO) kommt in einem neuen Bericht zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Maßnahmen des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums Defra nicht ausreichen, um die Lebensmittelversorgung auch bei schweren Störungen verlässlich abzusichern. Zwar habe Defra sein Resilienzteam vergrößert und die Planung für Katastrophen verstärkt. Unternehmen, Haushalte und lokale Akteure seien zuletzt aber zu wenig in die Vorbereitung einbezogen worden.
Die privatwirtschaftlich organisierte Lieferkette habe sich während der Corona-Pandemie und nach Beginn des Ukrainekriegs als widerstandsfähig erwiesen. Die Belastbarkeit bei einer Katastrophe mit gravierenden Versorgungsunterbrechungen sei jedoch nicht praktisch erprobt. Ähnliche Fragen stellen sich auch bei der Krisenfestigkeit der Lebensmittelversorgung in Deutschland.
Einen deutschen Forschungsansatz zur vorsorgenden Stärkung von Wertschöpfungsketten beschreibt „Niedersachsen stärkt die Ernährungssicherheit in Krisenzeiten“. Das Projekt AgriSecure ist vom britischen Prüfbericht und dessen Empfehlungen zu unterscheiden.
Das NAO empfiehlt Defra unter anderem, den Austausch mit Unternehmen neu aufzustellen, Notfallpläne praktisch zu testen, verfügbare rechtliche Eingriffsmöglichkeiten zu überprüfen und gemeinsam mit dem Cabinet Office konkretere Hinweise für Haushalte und Kommunen zu entwickeln. Zudem solle Großbritannien geeignete Vorsorgemodelle anderer Länder und kritischer Infrastrukturbereiche auswerten.
Der vollständige Bericht des National Audit Office erläutert Befunde, Risiken und Empfehlungen.
Quelle: nao.org.uk
