Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zeichnet herausragende journalistische Arbeiten zu aktuellen Ernährungsthemen in vier Medienkategorien aus.
Den DGE-Journalistenpreis 2026 erhalten Dr. Werner Bartens, SZ; Iska Schreglmann, Bayern 2; Anja Kollruß, Leon Windscheid, Martina Sprengel und Harald Platz, ZDF Terra Xplore; Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, Katharina Adick, Dr. Lars Dittrich und Kevin Brüssel, ZDF neo – MAITHINK X; Julia Demann, Christiane Tovar und Lara Schwenner, Quarks Studio Q auf YouTube. Der Preis für wissenschaftlich fundierten Ernährungsjournalismus ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.
Dr. Werner Bartens erhält den Preis in der Kategorie Text für seinen Beitrag „Das stößt sauer auf“ in der Süddeutschen Zeitung vom 29. März 2025. Der Mediziner und leitende SZ-Redakteur analysiert, was dran ist am Hype um die basische Ernährung, dem Basenfasten, dem sogenannten Detox-Prinzip und dazu vermarkteten Nahrungsergänzungsmitteln. Pseudowissenschaftliche Gesundheitsversprechen prüft er kritisch und erklärt die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge zum Säure-Basen-Haushalt. Gleichzeitig hinterfragt er, warum der Trend zur basischen Ernährungsweise so erfolgreich und beliebt ist und nach wie vor anhält.
In der Kategorie Audio wird Iska Schreglmann für ihren Podcast-Feed Radiowissen „Rezepte des Überlebens – Meine Familie und der Hungerwinter“, gesendet in Bayern 2 am 17. Januar 2025, ausgezeichnet. Darin erzählt sie die Geschichte ihrer Familie, in der es ständig ums Essen ging. Die Autorin findet im Nachlass ihrer Mutter ein Kochbuch von 1871 und erfährt, dass ihre Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinder nicht genug zu essen hatten. Der Beitrag schildert Entbehrungen, wie Essbares aus der Natur genutzt wurde, um Hunger und Lebensmittelknappheit zu überbrücken, und wie sich Essgewohnheiten über Generationen durch Familien vermitteln.
Kategorie Film und Video
Anja Kollruß, Leon Windscheid, Martina Sprengel und Harald Platz erhalten den Preis für ihren Film „250 Kilo – bin ich süchtig nach Essen?“, gesendet in Terra Xplore im ZDF am 24. November 2025. Der Film zeigt, wie eng Ernährung und Psyche zusammenhängen und warum es vielen schwerfällt, ihr Essverhalten zu kontrollieren. Psychologe Leon Windscheid trifft Torsten, der an einer Binge-Eating-Störung leidet. Ein Ernährungspsychologe warnt davor, Betroffene vorschnell als „esssüchtig“ abzustempeln und so ihr Verhalten zu stigmatisieren.
Für ihren Beitrag „Zucker – lebensnotwendig oder süßes Gift?“ der Sendung MAITHINK X im ZDF neo vom 30. März 2025 zeichnet die DGE Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, Katharina Adick, Dr. Lars Dittrich und Kevin Brüssel aus. Das Team analysiert die wissenschaftliche Datenlage und stellt klar, dass Zucker nicht per se, sondern ein genereller Kalorienüberschuss zu Übergewicht und damit zu chronischen Erkrankungen führen kann. Das Erklärformat bietet Orientierung für den praktischen Umgang mit Zucker, entzaubert Zuckermythen und schafft Transparenz und Gesundheitskompetenz.
Den statistischen Blick auf stationär behandelte Essstörungen ergänzt der Destatis-Bericht zu Klinikbehandlungen im Jahr 2024. Er weist Behandlungsfälle verschiedener Essstörungen aus und ist keine Statistik speziell zu der im ausgezeichneten Film dargestellten Binge-Eating-Störung.
Kategorie Social Media
Julia Demann, Christiane Tovar und Lara Schwenner erhalten den Preis für ihren Quarks-Studio-Q-Beitrag „Die große Vitamin-D-Verwirrung“ auf YouTube vom 7. November 2025. Das Video geht dem Thema Vitamin D wissenschaftlich auf den Grund: Was zeigen die Studien, für wen sind Supplemente sinnvoll und wann sind sie unnötig? Es erläutert den Einfluss von Hauttyp, Jahreszeit, Tagesablauf und weiteren gesundheitlichen Faktoren, klärt über Mythen und Risiken der Überdosierung auf und erklärt, warum ein einzelner Blutwert wenig aussagekräftig ist.
Eine weitere Auszeichnung für differenzierten Gesundheitsjournalismus beschreibt die DDG-Medienpreis-Ausschreibung aus Juli 2026. Sie richtet sich an Beiträge über unterschiedliche Lebensrealitäten mit Diabetes und betrifft einen eigenständigen Wettbewerb mit eigener Einreichungsfrist.
Quelle: dge.de
