Klimawandel: Geeignete Anbauflächen für wichtige Nutzpflanzen schrumpfen

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Der Klimawandel lässt weltweit geeignete Anbauflächen schrumpfen und erhöht zugleich die Risiken auf weiterhin nutzbaren Böden.

Besonders betroffen sind tropische und subtropische Regionen. Doch auch in gemäßigten Breiten verlieren wichtige Nutzpflanzen geeignete Standorte.

Weltweit werden rund 4,8 Milliarden Hektar als Acker- oder Weideland genutzt. Nach einer vom Bundeszentrum für Landwirtschaft dargestellten FAO-Analyse könnten wichtige Kulturen wie Weizen, Kaffee, Bohnen und Maniok bis zum Jahr 2100 bis zur Hälfte ihrer heute optimal geeigneten Anbauflächen verlieren.

Hitze, Trockenheit und Starkregen belasten die Böden.

Lange Hitze- und Trockenperioden trocknen Böden aus und beschleunigen den Humusabbau. Dadurch können sie weniger Wasser und Nährstoffe speichern und werden anfälliger für Erosion. Starkregen verschärft das Problem, weil Wasser auf ausgetrockneten Flächen schlechter versickert und fruchtbare Erde abschwemmen kann. Werden sehr feuchte Böden mit schweren Maschinen befahren, drohen Verdichtung, Staunässe und Luftmangel.

Veränderte Niederschlagsmuster erschweren außerdem die Wahl des Aussaatzeitpunkts. Gleichzeitig können sich Schädlinge und Pflanzenkrankheiten ausbreiten. Damit steigt die Unsicherheit, ob einzelne Kulturen an einem Standort langfristig noch wirtschaftlich angebaut werden können.

Einen Forschungsansatz zum Umgang mit Krankheitserregern beschreibt die TUM-Studie zur Balance zwischen Pflanzenwachstum und Immunabwehr. Der Mechanismus wurde an Ackerschmalwand und Mehltau untersucht; seine mögliche Nutzung in Kulturpflanzenzüchtung ist von einer bereits belegten Anpassung an Hitze oder Trockenheit zu unterscheiden.

Die Folgen treffen bedeutende Anbauregionen.

Besonders hohe Risiken bestehen in Afrika, Südasien und Lateinamerika. Auch wichtige Exportgebiete im Mittleren Westen der USA, in Australien sowie in China und Indien müssen mit Ernteverlusten rechnen. In den Anden und im Himalaya verschärft der Rückgang der Gletscher langfristig den Wassermangel für bewässerte Flächen.

Vorübergehend können sich in nördlichen Regionen neue Anbaumöglichkeiten ergeben. Dieser Vorteil dürfte jedoch begrenzt bleiben, weil mit fortschreitender Erwärmung auch dort Wasserknappheit und Extremwetter zunehmen. Zudem lassen sich anspruchsvolle Kulturen wie Kaffee oder Maniok nicht ohne Weiteres in andere Regionen verlagern.

Anpassung beginnt bei Wasser, Boden und Sortenwahl.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen ein angepasstes Bewässerungs- und Wassermanagement, Humusaufbau, Erosionsschutz und Agroforstsysteme. Bäume und Sträucher können Felder beschatten, das Mikroklima verbessern und den Boden tiefer durchwurzeln. Daneben gewinnen hitze- und trockenheitstolerante Kulturen sowie klimaresiliente Sorten an Bedeutung. Wie anpassungsfähig einzelne Pflanzen sein können, zeigt auch der Beitrag „Sonnenkulturen sind anpassungsfähiger als bislang angenommen“.

Einen Forschungsansatz für fruchttragendes Obst und Gemüse in kontrollierten Innenräumen beschreibt das Projekt GreenFarmTEC zum regionalen Anbau von Paprika, Chili und Erdbeeren.

Vollständiger Beitrag beim Bundeszentrum für Landwirtschaft

Quelle: landwirtschaft.de