Gerstengras und Weizengras werden als Pulver, Saft oder Zutat für grüne Smoothies angeboten. Sie liefern pflanzliche Inhaltsstoffe, ein besonderer gesundheitlicher Nutzen ist jedoch nicht ausreichend belegt.

Viele Produkte werden als „Superfood“ beworben und sollen etwa Leistungsfähigkeit oder Immunsystem unterstützen. Solche pauschalen Wirkversprechen sind für Gersten- und Weizengras wissenschaftlich nicht hinreichend belegt. Die Produkte können den Speiseplan geschmacklich ergänzen, ersetzen aber keine abwechslungsreiche Ernährung.
Was sind Gerstengras und Weizengras?
Gerste und Weizen gehören zur Familie der Süßgräser. Für Graspulver oder Grassaft werden die jungen, noch nicht ährentragenden Pflanzenteile geerntet. Je nach Produkt werden sie gepresst, getrocknet oder vermahlen. Zusammensetzung und Nährstoffgehalt schwanken unter anderem mit Sorte, Boden, Erntezeitpunkt und Verarbeitung.
Das junge Gras ist nicht mit dem späteren Getreidekorn gleichzusetzen. Mehr über das Korn und seine Verträglichkeit erklärt der Beitrag „Weizen: Gesund, schädlich oder unverträglich?“.
Sind die Gräser besonders nährstoffreich?
Grasprodukte können Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Chlorophyll enthalten. Daraus lässt sich jedoch kein automatischer gesundheitlicher Mehrwert gegenüber Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ableiten. Bei kleinen üblichen Verzehrmengen ist zudem entscheidend, wie viele Nährstoffe tatsächlich pro Portion aufgenommen werden. Für Chlorophyll sind keine besonderen, allgemein anerkannten Gesundheitswirkungen beim Menschen belegt.
Welche Risiken gibt es?
Getrocknete Blatt- und Grasprodukte werden häufig ohne weitere Erhitzung verzehrt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist auf mögliche Verunreinigungen mit krankmachenden Bakterien wie Salmonellen, Listerien oder Shigatoxin-bildenden Escherichia coli hin. Schwangere, ältere oder immungeschwächte Personen sollten Nahrungsergänzungsmittel aus getrockneten Blatt- und Grasprodukten nur nach ärztlicher Rücksprache verzehren.
Frische Gräser gründlich waschen, gekühlt aufbewahren und rasch verbrauchen. Grüne Smoothies sollten frisch zubereitet und am Tag der Herstellung getrunken werden. Bei Zöliakie sind ausschließlich ausdrücklich glutenfrei gekennzeichnete Produkte geeignet, weil Verunreinigungen bei Ernte und Verarbeitung möglich sind.
Wie lassen sich Grasprodukte verwenden?
Wer den herben, pflanzlichen Geschmack mag, kann kleine Mengen nach Packungsangabe in Joghurt, Quark oder Smoothies geben. Mehr ist nicht automatisch besser. Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten bleibt die verlässlichere Grundlage für die Nährstoffversorgung.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, BZfE / food-monitor
Rezept: Kräuterquark mit Weizen- oder Gerstengras
Zutaten für 4 Portionen
- 250 g Magerquark
- 150 g Naturjoghurt
- 1 TL handelsübliches Weizen- oder Gerstengraspulver
- 2 EL fein geschnittener Schnittlauch
- 1 EL fein gehackte Petersilie
- 1 TL Zitronensaft
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Quark und Joghurt glatt rühren.
- Graspulver nach Packungsangabe einrühren. Kräuter und Zitronensaft zugeben.
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken, bis zum Servieren kühlen und am Tag der Zubereitung verbrauchen.
Serviervorschlag: Zu Pellkartoffeln, Gemüsesticks oder Vollkornbrot reichen.
Hinweis: Das Rezept enthält Milch. Schwangere, ältere oder immungeschwächte Personen sollten getrocknete Grasprodukte nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden. Bei Zöliakie ausschließlich ausdrücklich glutenfrei gekennzeichnetes Pulver wählen.
Rezept: food-monitor / KI
