Glühwein, Sekt und Wein gehören für viele zu Feiern. Gesundheitlich risikofrei ist Alkohol jedoch nicht. Wer verzichten oder weniger trinken möchte, kann den Abend vorher konkret planen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals BZgA) empfiehlt alkoholfreie Alternativen und bewusste Trinkpausen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht noch einen Schritt weiter: Da es keine gesundheitlich sichere Menge gibt, ist Verzicht die risikoärmste Entscheidung.
Die aktuellen Risikostufen richtig verstehen
Für gesunde, nicht schwangere oder stillende Erwachsene ordnet die DGE ein bis zwei Standardgetränke pro Woche als risikoarm ein – aber nicht als risikofrei. Mehr als zwei bis sechs Standardgetränke sind mit einem moderaten, mehr als sechs mit einem hohen Risiko für gesundheitliche Folgeschäden verbunden. Ein Standardgetränk enthält ungefähr 12 Gramm reinen Alkohol.
Diese Bereiche sind keine Empfehlung, die Menge auszuschöpfen. Sie ersetzen auch keine individuelle ärztliche Beurteilung. Der Beitrag Alkoholkonsum in Deutschland neu bewertet erklärt, wie häufig Erwachsene in den einzelnen Risikobereichen liegen und worauf die DGE-Einstufung beruht.
Praktische Strategien für Feiern
- Vorher entscheiden: Festlegen, ob der Abend alkoholfrei bleibt oder bei welcher kleinen Menge Schluss ist.
- Alkoholfreies griffbereit halten: Wasser, Schorle oder ein alkoholfreier Cocktail erleichtern das Anstoßen ohne Rechtfertigungsdruck.
- Durst zuerst löschen: Alkohol nicht als Durstlöscher verwenden und langsam trinken.
- Runden auslassen: Ein freundliches „Nein, danke“ genügt. Gastgeber sollten alkoholfreie Optionen gleichwertig anbieten.
- Heimweg planen: Wer fährt, Rad fährt oder Maschinen bedient, trinkt keinen Alkohol.
- Rauschtrinken vermeiden: Hohe Mengen in kurzer Zeit erhöhen das Risiko für Unfälle, Vergiftungen und Kontrollverlust besonders stark.
Eine Alkoholpause kann helfen, Gewohnheiten zu erkennen. Sie „entgiftet“ den Körper aber nicht im Sinne einer nachträglichen Aufhebung früherer Risiken. Entscheidend ist, wie viel und wie häufig langfristig getrunken wird.
Wann konsequent null Alkohol gilt
Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten keinen Alkohol trinken. Verzicht ist außerdem nötig im Straßenverkehr, bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten, bei Alkoholabhängigkeit sowie bei Erkrankungen oder Medikamenten, die sich mit Alkohol nicht vertragen. Warum in der Schwangerschaft auch kleine Mengen problematisch sein können, erläutert Kein Alkohol in der Schwangerschaft.
Wenn Reduzieren nicht gelingt
Warnzeichen sind unter anderem Kontrollverlust, heimliches Trinken, morgendlicher Konsum, zunehmende Mengen, Konflikte wegen Alkohol oder Entzugssymptome wie Zittern und starkes Schwitzen. Bei regelmäßig hohem Konsum kann ein abruptes Absetzen gefährlich sein; eine Entzugsbehandlung sollte ärztlich begleitet werden.
Anonyme Selbsttests und Beratungsangebote finden Betroffene und Angehörige bei „Alkohol? Kenn dein Limit.“. In akuten Notfällen – etwa bei Bewusstlosigkeit, sehr langsamer oder unregelmäßiger Atmung – gilt: 112 rufen, die Person nicht allein lassen und in stabile Seitenlage bringen.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, vormals BZgA) / food-monitor
